Der Embryotransfer ist einer der entscheidenden Momente bei Fruchtbarkeitsbehandlungen. In der medizinischen Gemeinschaft wurde historisch darüber debattiert, ob das Vorhandensein natürlicher Sekrete im Gebärmutterhals die korrekte Einnistung des Embryos erschweren könnte.
Um diese Frage zu klären, hat eine neue randomisierte Studie, die von den Forschern Muserref Banu Yilmaz, Belgin Devranoglu, Habibe Ayvacı Tasan, Gulsah Cetin Altıkardes, Enis Ozkaya, Ayse Nur Aksoy, Ali Cenk Ozay und Ali Irfan Guzel im Zusammenhang mit den Institutionen University of Health Sciences Zeynep Kamil Women and Children's Diseases, Erzurum City Hospital, Kolan British Hospital und Sanko University durchgeführt wurde, die Auswirkung der Zervixschleimentfernung vor dem Transfer bei Frauen untersucht, die sich einer IVF mit intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) unterziehen.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Zweifel am Zervixschleim
Der Umgang mit Zervixschleim vor dem Embryotransfer ist ein Thema, das unterschiedliche Meinungen hervorruft. Einerseits haben einige medizinische Strömungen darauf hingewiesen, dass diese Sekrete den Embryo im Katheter zurückhalten oder die intrauterine Umgebung verändern könnten. Andere Perspektiven weisen jedoch darauf hin, dass der Reinigungsprozess unerwünschte Gebärmutterkontraktionen auslösen und die Wahrscheinlichkeit einer Einnistung verringern könnte.
Angesichts dieses fehlenden Konsenses analysierte diese Studie 183 Patientinnen, die mindestens einen Embryo von guter Qualität sowie eine angemessene Endometriumdicke und -struktur aufwiesen.
Um wissenschaftliche Strenge zu gewährleisten, wurden im Forschungsdesign jene Fälle ausgeschlossen, die eine schlechte Embryonalentwicklung oder Pathologien des Endometriums aufwiesen. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass die Ergebnisse die Auswirkungen der Zervixschleim-Reinigungstechnik unter optimalen Bedingungen widerspiegeln.
Zervixschleim und Embryotransfer
Die Studienteilnehmerinnen wurden je nach dem verwendeten Protokoll zur Behandlung des Zervixsekrets vor dem Embryotransfer in drei verschiedene Gruppen eingeteilt:
- Gruppe 1: Entfernung des Schleims mit einem Wattestäbchen.
- Gruppe 2: Extraktion mittels einer Kanüle (Pipelle).
- Gruppe 3: Kontrollgruppe, bei der kein Eingriff am Zervixschleim durchgeführt wurde.
Es ist wichtig hervorzuheben, dass in wichtigen Aspekten wie dem Alter, der Dauer des Kinderwunsches, den basalen Hormonspiegeln oder der Reaktion auf die ovarielle Stimulation keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt wurden. Dies bestätigte, dass alle Teilnehmerinnen von einem sehr ähnlichen klinischen Szenario ausgingen.
Klinische Schwangerschaftsraten unverändert
Der Hauptindikator für den Erfolg in dieser Studie war die klinische Schwangerschaftsrate. Nach der Analyse der Daten kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Schwangerschaftsprozentsätze in allen untersuchten Szenarien (Gruppen 1, 2 und 3) statistisch ähnlich waren.
Konkret verzeichnete die Gruppe, bei der der Zervixschleim mit einem Wattestäbchen entfernt wurde, eine Erfolgsquote von 26,22 % (klinische Schwangerschaftsrate), die Kanülengruppe 34,42 %, und die Kontrollgruppe ohne Zervixschleimextraktion erreichte 31,14 %. Die Analyse zeigte, dass die Methode zur Entfernung des Zervixschleims oder sogar die Tatsache, dass er nicht entfernt wurde, das Endergebnis des ICSI-Zyklus nicht entscheidend beeinflusste.
Mögliche Implikationen
Die Schlussfolgerungen dieser klinischen Studie sind von grundlegender Bedeutung für die Optimierung der Protokolle in Zentren für assistierte Reproduktion. Da nachgewiesen wurde, dass die routinemäßige Extraktion von Zervixschleim keinen signifikanten Nutzen für das Erreichen einer klinischen Schwangerschaft bringt, können Fachleute erwägen, das Embryotransferverfahren zu vereinfachen.
Dies stellt nicht nur tief verwurzelte medizinische Praktiken in Frage, sondern legt auch nahe, dass unnötige Eingriffe vermieden werden können, ohne den Erfolg der Reproduktionsbehandlung zu gefährden.
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Literaturverzeichnis
Yilmaz MB, Devranoglu B, Ayvacı Tasan H, Altıkardes GC, Ozkaya E, Aksoy AN, Ozay AC, Guzel AI. Does cervical mucus removal before embryo transfer have an effect on cycle outcome in women undergoing ICSI?: A randomised controlled trial. Hum Fertil (Camb). 2026 Dec;29(1):2649287. doi: 10.1080/14647273.2026.2649287. Epub 2026 Mar 30. PMID: 41913411. (Sehen)
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