Oligozoospermie, auch Oligospermie genannt, ist eine Ursache für die spermienbedingte Unfruchtbarkeit bei Männern. Insbesondere wirkt es sich auf die Menge an Spermien im Ejakulat aus, die im Vergleich zum Ejakulat eines fruchtbaren Mannes in geringerer Zahl vorhanden sind.
Der Grad der Oligospermie kann mild, mittel oder schwer sein, je nach Anzahl der im Ejakulat vorhandenen Spermien.
Sperma gilt als qualitativ minderwertig, wenn es eine niedrige Spermienkonzentration, andere Veränderungen wie schlechte Spermienmotilität oder Formfehler aufweist. Diese Erkrankungen werden als Asthenozoospermie bzw. Teratozoospermie bezeichnet.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Als Oligospermie wird die geringe Konzentration von Spermien im ejakulierten Sperma bezeichnet.
Es handelt sich somit um minderwertiges Sperma. Betroffene Männer haben Schwierigkeiten, auf natürlichem Wege Kinder zu zeugen. Eine niedrige Spermienzahl reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass diese alle Barrieren im weiblichen Reproduktionstrakt überwinden, die Eizelle erreichen und sie anschließend befruchten.
Die Oligospermie hat kein Krankheitsbild: Männer sind in der Lage, problemlos intime Beziehungen zu pflegen und auf ganz normale Weise zu ejakulieren. Diese Störung wird nur dann diagnostiziert, wenn sich keine Schwangerschaft einstellt und Untersuchungen durchgeführt werden.
Mithilfe eines Seminogramms wird die Spermienqualität untersucht. Unter dem Mikroskop werden bestimmte Faktoren wie Spermienmenge bewertet, die unter 15 Millionen pro Mililiter liegen muss um als Oligospermie diagnostiziert zu werden.
Zur Durchführung des Spermiogramms müssen die Samenproben nach 3-5 Tagen sexueller Abstinenz durch Masturbation gewonnen werden. Wird dieser Zeitraum der Abstinenz nicht eingehalten, werden falsche und unzuverlässige Ergebnisse erzielt, so dass die Diagnose verfälscht wird.
Die Ursachen, die die Spermienproduktion beeinflussen können, sind vielfältig und lassen sich in prätestikuläre, testikuläre und postestikuläre Ursachen unterscheiden.
Es ist oftmals schwierig, die genaue Ursache der Oligospermie zu bestimmen, da der Betroffene sie erst beim Zeugungsversuch bemerkt und die Oligospermie nur vorübergehend auftreten kann.
Diese sind jene Ursachen, die Probleme im Hormonsystem verursachen, so dass es zu einer fehlerhaften Spermienbildung kommt. Dies kann aufgrund der Hormonspiegel, die die Spermienbildung regulieren, oder aufgrund externer Faktoren, die auf unseren Körper einwirken, entstehen.
Ernährung, Tabak- und Alkoholkonsum, Belastung durch Umweltgifte oder Stress sind einige der Faktoren, die Einfluss auf eine geringe Spermienproduktion haben können.
Eine testikulär bedingte Oligospermie bezieht sich auf Hodenveränderungen. Zu den häufigsten Hodenerkrankungen gehören die folgenden:
Auch einige genetische Veränderungen, wie Mikrodeletionen im Y-Chromosom oder Traumata, beeinflussen die Hodenfunktion.
Mehr zum Thema Spermienerkrankungen die zur männlichen Unfruchtbarkeit führen, werden in diesem Artikel aufgeführt: Spermienfaktor-Infertilität: Ursachen und Behandlung.
Die durch eine post-testikuläre Ursache bedingte niedrige Spermienkonzentration im Ejakulat weist auf Probleme bei der Ausscheidung der Spermien nach außen hin. Es findet also eine Spermienproduktion statt, aber die Spermien finden ihren Weg nicht nach draußen.
Hier führen wir einige der posttestikulären Faktoren auf, die zu einer Oligozoospermie führen können:
Der Grad der Oligospermie kann mild, moderat oder schwer sein, je nach Anzahl der im Ejakulat vorhandenen Spermien.
Um diese Einteilung korrekt durchführen zu können, ist es notwendig mehrere Ejakulationen des Patienten in verschiedenen Wochen zu untersuchen um ausschließen zu können, dass die niedrige Konzentration an Spermien auf ein Abstinenzproblem zurückzuführen ist.
Wenn die Ursache der Oligospermie unbekannt ist, ist ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung, bei der auf Alkohol und Drogen teilweise oder komplett verzichtet wird, die beste Behandlungsmethode. Außerdem ist darauf zu achten, sich nicht giftigen Schadstoffen in der Arbeit oder Umgebung auszusetzen.
Es gibt natürliche Behandlungsmethoden in Form von Kräutern wie Damiana oder Tribulus terrestris die als Tee verabreicht werden können sowie koreanischen Ginseng in Form von Kapseln oder peruanisches Macawurzelpulver. Da diese Pflanzen als Hausmittel gelten ist ihre Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegt.
Bei Medikamenten gibt es Vitaminkomplexe oder hormonelle Dosen, bei denen es sich zwar um keine Behandlungen mit nachgewiesener Wirksamheit handelt, aber helfen können, die Spermienproduktion zu verbessern. Die Vitamine E, C und B6 sind reich an Antioxidantien, die die Spermien vor DNA-Fragmentierung schützen. Hormonelle Nahrungsergänzungsmittel sind nützlich für Patienten, die unter hormonellem Ungleichgewicht leiden, die sich auf die Spermienproduktion auswirken, wie z.B. das Testosteron.
Wenn sich die Spermienproduktion nicht verbessert oder die Spermien testikuläre oder post-testikuläre Ursachen haben, sollte auf eine Kinderwunschbehandlung zurückgegriffen werden, welche sich auf jeden einzelnen Patient anpasst.
Obwohl Oligospermie bei Männern Unfruchtbarkeit verursacht, sind die Betroffenen in der Lage, Sperma zu produzieren und sie im Ejakulat auszustoßen, so dass sie auf natürliche Weise Eltern werden können. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt jedoch mit abnehmender Spermienanzahl ab.
Daher gibt es Paare, die auf Fruchtbarkeitsbehandlungen zurückgreifen müssen, um trotz Oligozoospermie Eltern zu werden. Im unteren Abschnitt gehen wir näher darauf ein.
Je nach Schweregrad der Oligospermie und je nachdem ob sie von einer anderen Störung begleitet wird, ist durch eine medizinisch unterstützte Reproduktion eine Schwangerschaft möglich. In diesem Fall wird der Spezialist je nach Möglichkeiten eine oder mehrere Kinderwunschbehandlungen empfehlen.
Bei leichter Oligospermie ist die künstliche Befruchtung eine einfache und kostengünstige Technik, die gute Ergebnisse liefert- vorausgesetzt es ist möglich, 2-3 Millionen progressive bewegliche Spermien nach einer Spermienaufbereitung zu gewinnen. Es wäre auch empfehlenswert wenn die Partnerin unter 35 ist und bei ihr keine Fruchtbarkeitsprobleme vorliegen.
Sollte die künstliche Befruchtung scheitern oder eine moderate oder schwere Oligospermie vorliegen, wird empfohlen, auf Methoden der In-vitro-Fertilisation wie die IVF oder ICSI zurückzugreifen.
Beide Techniken teilen sich einen Teil des Verfahrens: Die ovarielle Hyperstimulation ist notwendig, um eine größere Anzahl von Eizellen zu erhalten; diese werden durch Follikelpunktion extrahiert und im Anschluss wird die Befruchtung im Labor durchgeführt.
Bei schwerer Oligospermie ist die ICSI jedoch effektiver, da nur ein lebendes Spermium im Ejakulat benötigt wird, um es in die Eizelle zu injizieren und diese zu befruchten.
Ja, solange die Anzahl der mobilen Spermien größer als 5x106 Spermien/ml ist, hängt jedoch auch von anderen Faktoren wie das Alter der Frau oder Zeitraum der Sterilität ab.
Männer mit Veränderungen der Samenwerte leiden unter männlicher Unfruchtbarkeit aufgrund der Zeugungsunfähigkeit.
Weil es im Fall der Oligozoospermie eine geringere Anzahl von Spermien im Ejakulat gibt, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie durch den weiblichen Fortpflanzungstrakt in die Gebärmutter und die Eileiter aufsteigen und die Eizelle befruchten können, um somit eine natürliche Schwangerschaft enstehen zu lassen.
Auch wenn Oligospermie sich auf die niedrige Spermienmenge bezieht, sind sie dennoch im Ejakulat vorhanden. Bei der Azoospermie kommen sie im Ejakulat überhaupt nicht vor, und es sind invasive Methoden für ihre Wiederherstellung notwendig, wie zum Beispiel die Nebenhodenabsaugung, Hodenpunktion- oder biospie. Im folgenden Link können Sie mehr zur Azoospermie erfahren: Was ist eine Azoospermie?
Bei der Oligospermie treten keine Symptome wie Schmerzen auf, die der Betroffene wahrnehmen könnte. Ein Mann kann an Oligospermie leiden und es nie bemerken, es sei denn er wünscht sich Kinder und kann keine bekommen. Wenn die Oligospermie jedoch auf eine Krankheit wie Kryptorchismus oder Varikozele zurückzuführen ist, kann man diese schon auf den ersten Blick feststellen.
Da es schwierig ist, die genaue Ursache der Oligospermie zu kennen, ist es auch schwierig, eine spezifische Behandlung durchzuführen.
Gesunde Lebensgewohnheiten werden empfohlen, da es Fälle gibt, in denen die Oligospermie vorübergehend ist und die Spermienproduktion in wenigen Monaten wiederhergestellt werden kann.
Wenn die Ursache der Oligospermie eine Hormonstörung ist, kann eine hormonelle Behandlung durchgeführt werden.
Der beste Weg, um eine gute Samenqualität und das Fruchtbarkeitspotenzial des Mannes zu erhalten, ist eine gesunde Lebensweise, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, keine Drogen, Alkohol und Tabak, etwas Sport, um in Form zu bleiben, etc.
Die einzige anerkannte Methode zur Untersuchung der Samenqualität ist das Seminogramm oder Spermiogramm, mit dem die WHO Referenzwerte für Faktoren wie Spermienkonzentration, Motilität und Morphologie festgelegt hat. Wenn Sie wissen möchten wie ein Spermiogramm durchgeführt wird, empfehlen wir diesen Artikel: Was ist ein Spermiogramm und wie ist der Ablauf?
Wenn Sie mehr über andere Spermienveränderungen wissen möchten, haben wir diesen Artikel für Sie: Um mehr über die verfügbaren Techniken zur Bekämpfung von Oligospermie und anderen Formen der männlichen Unfruchtbarkeit zu erfahren, klicken Sie auf folgenden Link: Spermienbedingte Sterilität bei Männern: Ursachen und Behandlungen.
Mehr zum Thema Infertilität bei Männern und möglichen Behandlungen haben wir hier zusammengefasst: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei männlicher Infertilität?
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