Künstliche Intelligenz bei der IVF: Fortschritte für die Fruchtbarkeit

durch (embryologin).
Aktualisiert am 02/04/2026

Eine aktuelle Übersichtsarbeit von David B. Olawade, Jennifer Teke, Khadijat K. Adeleye, Kusal Weerasinghe, Momudat Maidoki und Aanuoluwapo Clement David-Olawade, Forschern der University of East London, Medway NHS Foundation Trust, York St John University, Canterbury Christ Church University, University of Massachusetts und University Hospitals of Leicester, hat den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) eingehend untersucht.

Die Anwendung dieser neuen Computertechnologien bietet ein großes Potenzial, um verschiedene Phasen der assistierten Reproduktionsbehandlung zu optimieren und die Schwangerschaftsraten zu verbessern.

Künstliche Intelligenz und maßgeschneiderte ovarielle Stimulation

Der erste große Schritt der In-vitro-Fertilisation (IVF) ist die ovarielle Stimulation, ein grundlegender Prozess, um eine gute Anzahl von Eizellen für die Befruchtung zu gewinnen. Traditionell war die Vorhersage, wie jede Frau auf die hormonellen Medikamente der ovariellen Stimulation reagieren wird, eine große medizinische Herausforderung.

In dieser Hinsicht ermöglicht die künstliche Intelligenz eine viel präzisere Personalisierung der Behandlungen. Computeralgorithmen sind in der Lage, große Mengen an klinischen Daten wie Alter, Körpergewicht und Eierstockreserve zu analysieren, um die ideale Medikamentendosis prädiktiv zu berechnen. Diese Technologie kann auch dabei helfen, die Anzahl der Eizellen, die bei der Follikelpunktion gewonnen werden, abzuschätzen und den besten Tag für die Verabreichung der letzten Medikamente vor der Punktion vorherzusagen.

Einer der größten Vorteile dieser prädiktiven Werkzeuge der künstlichen Intelligenz besteht darin, dass sie Anpassungen in Echtzeit während der Phase der ovariellen Stimulation erleichtern. Auf diese Weise wird eine maximale Wirksamkeit der Behandlung angestrebt und das Risiko möglicher medizinischer Komplikationen verringert.

Auswahl von Gameten und Embryonen

Die richtige Auswahl von Eizellen und Spermien ist ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Befruchtung. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz bringt in diesem Bereich eine große Objektivität:

  • Spermienbeurteilung: Die Technologie ermöglicht eine detaillierte und präzise Analyse der Beweglichkeits- und Morphologieparameter der Spermien und identifiziert diejenigen mit der höchsten Befruchtungskapazität.
  • Eizellqualität: Systeme, die auf künstlicher Intelligenz basieren, werten hochauflösende Bilder aus, um kleine strukturelle Veränderungen in den Eizellen zu erkennen, die das menschliche Auge übersehen könnte und die mit der Qualität der Oozyten zusammenhängen.
  • Embryonenklassifizierung: Dank der Technologie von Inkubatoren mit Time-Lapse-Videokameras untersucht die künstliche Intelligenz jeden Meilenstein der zellulären Entwicklung des Embryos, um seine Lebensfähigkeit genauer vorherzusagen.

Durch die erfolgreiche Identifizierung des Embryos mit dem größten Einnistungspotenzial in der Gebärmutter können Spezialisten die Erfolgsraten erhöhen und die Anzahl der Zyklen verringern, die erforderlich sind, um eine fortlaufende Schwangerschaft zu erreichen.

Verbesserungen im IVF-Labor

Das Embryologielabor erfordert eine streng kontrollierte Umgebung. In diesem Sinne bietet die künstliche Intelligenz auch wertvolle Werkzeuge, um eine strenge Qualitätskontrolle zu gewährleisten.

Diese Computerplattformen überwachen kontinuierlich Umweltparameter wie Temperatur oder Luftqualität und warnen sofort vor jeglicher Veränderung, bevor diese schädlich für die Embryonen wird.

Darüber hinaus ist diese Technologie sehr nützlich, um die Arbeitsabläufe zu organisieren. Durch Datenanalyse sagt das System die optimalen Zeiten für die Durchführung wichtiger Verfahren wie Follikelpunktionen oder Embryonentransfers voraus und stellt sicher, dass der Arbeitsablauf im Labor keine Verzögerungen erleidet.

Die ethischen und zukünftigen Herausforderungen der künstlichen Intelligenz

Trotz der unbestreitbaren Fortschritte, die die künstliche Intelligenz darstellt, steht ihre groß angelegte klinische Anwendung noch vor großen Herausforderungen. Experten sind sich einig, dass weitere Studien und kontrollierte Versuche erforderlich sind, die eine solide Verbesserung der Lebendgeburtenraten belegen.

Andererseits ist der Schutz der Privatsphäre in Bezug auf medizinische Unterlagen ein zentrales ethisches Anliegen.

Ebenso wichtig ist es, sicherzustellen, dass die Algorithmen der künstlichen Intelligenz mit Daten von unterschiedlichen Patienten gespeist werden, um demografische Verzerrungen zu vermeiden, die zu Ungleichheiten bei der Genauigkeit von Fruchtbarkeitsbehandlungen führen könnten.

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Literaturverzeichnis

Olawade DB, Teke J, Adeleye KK, Weerasinghe K, Maidoki M, Clement David-Olawade A. Artificial intelligence in in-vitro fertilization (IVF): A new era of precision and personalization in fertility treatments. J Gynecol Obstet Hum Reprod. 2025 Mar;54(3):102903. doi: 10.1016/j.jogoh.2024.102903. Epub 2024 Dec 27. PMID: 39733809. (Sehen)

Autor

 Silvia Azaña Gutiérrez
Silvia Azaña Gutiérrez
Embryologin
Hochschulabschluss in Gesundheitsbiologie an der Universität von Alcalá und Spezialisierung in klinischer Genetik an derselben Universität. Master-Abschluss in Assistierter Reproduktion von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit den IVI-Kliniken. Mehr über Silvia Azaña Gutiérrez
Zulassungsnummer: 3435-CV

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