Ein Forscherteam bestehend aus Francesca Masiello, Ilaria Pati, Vanessa Piccinini, Simonetta Pupella, Vincenzo De Angelis und Mario Cruciani vom Nationalen Blutzentrum des Italienischen Nationalinstituts für Gesundheit in Rom hat eine umfassende Übersichtsarbeit über die Verwendung von thrombozytenreichem Plasma (PRP) in der assistierten Reproduktion veröffentlicht.
Diese Studie bündelt Daten aus 25 systematischen Übersichtsarbeiten, um zu bewerten, ob diese Technik die Chancen auf eine ausgetragene Schwangerschaft wirklich verbessert.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Vorteile von PRP in der Fruchtbarkeit
Thrombozytenreiches Plasma ist ein Derivat des eigenen Blutes, das eine hohe Konzentration an Blutplättchen und Wachstumsfaktoren enthält. In den letzten Jahren wird es zunehmend in Fruchtbarkeitsbehandlungen eingesetzt, um Gewebe zu regenerieren und die Empfänglichkeit der Gebärmutter zu verbessern.
Wenn dieses Präparat, das PRP, in die Gebärmutterhöhle oder die Eierstöcke eingeführt wird, stimuliert es Proliferations- und Angiogenese-Prozesse, die dazu beitragen, dass das Gewebe günstiger für den komplexen Fortpflanzungsprozess wird.
Verbesserte Ergebnisse mit Thrombozytenplasma
Nach der Analyse mehrerer Studien mit unterschiedlichen Ansätzen deuten die Ergebnisse der Übersichtsarbeit darauf hin, dass PRP Vorteile in Fruchtbarkeitsbehandlungen bietet. Beim Vergleich von Frauen, die die PRP-Infusion erhielten, mit solchen, die eine Standard- oder Kontrollbehandlung durchliefen, wurden folgende Erkenntnisse beobachtet:
- Anstieg der Raten für klinische Schwangerschaft und biochemische Schwangerschaft.
- Verbesserung der Einnistungsraten des Embryos in der Gebärmutter.
- Erhöhung der endgültigen Wahrscheinlichkeit, ein lebendgeborenes Baby zu bekommen.
Die Gewissheit über diese Vorteile variiert von sehr gering bis hoch und liegt meist auf einem niedrigen oder mittleren Niveau. Dies ist auf Unterschiede in der Anwendung der Behandlungen in den einzelnen Studien zurückzuführen, die in den in diesem Review analysierten systematischen Übersichtsarbeiten enthalten sind.
Daher sind weitere Untersuchungen erforderlich, um klarere und robustere Schlussfolgerungen zu PRP in Behandlungen der assistierten Reproduktion zu ziehen.
Sicherheit und Wirkungen der PRP-Therapie
Bei der Betrachtung komplementärer Techniken in der Reproduktionsmedizin ist die Sicherheit ein unverzichtbarer Faktor. Die zusammengestellten Forschungsarbeiten zeigen ein sehr günstiges Profil in Bezug auf mögliche Komplikationen, die sich aus der Behandlung ergeben:
- Unerwünschte Ereignisse, die direkt mit der Verabreichung von PRP zusammenhängen (wie Schmerzen, Infektionen oder allergische Reaktionen), sind sehr selten und werden kaum gemeldet.
- Es wurden keine Unterschiede in der Fehlgeburtenrate zwischen den Gruppen, die PRP verwendeten, und den Kontrollgruppen festgestellt.
- Auch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft oder einer Mehrlingsschwangerschaft ist mit der Verwendung dieses Plasmas nicht erhöht.
Trotz der Bestätigung der klinischen Durchführbarkeit besteht die wissenschaftliche Gemeinschaft auf der zukünftigen Notwendigkeit, hochgradig standardisierte Protokolle hinsichtlich der genauen Dosierung und des optimalen Zeitpunkts für die PRP-Infusion zu etablieren und so konsistent die bestmöglichen Ergebnisse zu garantieren.
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Literaturverzeichnis
Masiello F, Pati I, Piccinini V, Pupella S, De Angelis V, Cruciani M. Platelet rich plasma for assisted reproduction: an overview of systematic reviews. Blood Transfus. 2025 Jul-Aug;23(4):322-337. doi: 10.2450/BloodTransfus.937. Epub 2025 Apr 15. PMID: 40423588; PMCID: PMC12274202. (Sehen)


