Tägliche Gewohnheiten verbergen schwere Schäden an der Spermien-DNA

durch (embryologin).
Aktualisiert am 26/06/2026

Die Integrität des genetischen Materials der Spermien ist entscheidend für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Forscher wie Sandro C. Esteves und Peter Humaidan von Zentren wie ANDROFERT, der Universität Campinas, der Universität Aarhus und dem Regionalkrankenhaus Skive haben eingehend analysiert, wie sich Schäden an dieser DNA auf die Fortpflanzung auswirken.

Was ist die DNA-Fragmentierung von Spermien?

Dabei handelt es sich um kleine Brüche oder Läsionen in den DNA-Strängen im Inneren der Spermien. Wenn diese Brüche die natürliche Reparaturkapazität der Eizelle übersteigen, was mit zunehmendem Alter der Mutter häufiger vorkommt, können sich die Fortpflanzungsergebnisse verschlechtern.

Diese Situation erhöht das Risiko von Einnistungsstörungen und Fehlgeburten und kann die Gesundheit des zukünftigen Babys gefährden.

Ursachen für DNA-Fragmentierung in Spermien

Eine der Hypothesen erklärt den Ursprung dieser Schäden durch einen zweistufigen Prozess. Erstens tritt während der Spermienbildung im Hoden ein Fehler auf, der das genetische Material anfällig macht.

Zweitens ist dieses Spermium sogenanntem oxidativem Stress ausgesetzt, der schließlich seine DNA-Stränge bricht. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Fortgeschrittenes Alter des Vaters: Im Laufe der Jahre nehmen die antioxidativen Abwehrkräfte des Mannes ab, und es reichern sich mehr genetische Schäden in den Spermien an.
  • Lebensstilfaktoren: Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes oder Rauchen verstärken Entzündungen und Zellschäden.
  • Medizinische Bedingungen: Infektionen im Genitaltrakt und Varikozele (Krampfadern im Hodensack) sind entscheidende Risikofaktoren.

Diese Faktoren zeigen, dass die Spermienqualität sehr empfindlich auf die Umwelt und die allgemeine Gesundheit des Mannes reagiert.

Wann sollte ein Spermien-Test durchgeführt werden?

Eine herkömmliche Samenanalyse oder ein Spermiogramm erkennt diese Läsionen nicht, da es nur Form, Anzahl und Beweglichkeit der Spermien beurteilt. Daher gibt es spezifische fortgeschrittene Tests (wie TUNEL, SCSA, SCD und Comet), die das Ausmaß der genetischen Brüche direkt bewerten.

Im Allgemeinen wird dieser Test nicht für alle Patienten empfohlen, sondern nur in bestimmten Fällen:

  • Paare mit unerklärlicher Unfruchtbarkeit oder wenn frühere Behandlungen der assistierten Reproduktion fehlgeschlagen sind.
  • Patienten, die wiederholte Fehlgeburten erlitten haben.
  • Männer mit klinischer Varikozele oder solche mit fortgeschrittenem väterlichen Alter.

Auch bei Infektionen im Genitaltrakt, Exposition gegenüber Toxinen und Zuständen systemischen oxidativen Stresses wie Fettleibigkeit, Diabetes oder Rauchen.

Effektive Lösungen bei beschädigter DNA

Glücklicherweise sind viele der Faktoren, die diese Schäden verursachen, modifizierbar. Der erste klinische Ansatz umfasst in der Regel Änderungen des Lebensstils, Gewichtsreduktion, die Behandlung möglicher Genitalinfektionen oder die chirurgische Reparatur einer Varikozele. Antioxidantien können ebenfalls eingesetzt werden, jedoch immer unter strenger medizinischer Indikation, sowie die Verkürzung der Ejakulationskarenzzeit.

Wenn das Niveau der DNA-Fragmentierung nach einem vollständigen Zyklus der Spermienbildung (ca. drei Monate) hoch bleibt, gibt es Alternativen. Eine der wichtigsten Optionen, wenn die Fragmentierung trotz Optimierungsbemühungen hoch bleibt, ist die Verwendung von direkt aus dem Hoden entnommenen Spermien. Diese testikulären Spermien haben kaum oxidativen Stress erlitten und weisen daher weniger Brüche in ihrer DNA auf, was bei diesen Patienten eine deutliche Verringerung der Fehlgeburtenraten gezeigt hat.

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Literaturverzeichnis

Esteves SC, Humaidan P. Sperm DNA fragmentation: how to test, when to test, and what to do with abnormal results-a pragmatic mini-review for clinical practice. Hum Reprod. 2026 Apr 28:deag056. doi: 10.1093/humrep/deag056. Epub ahead of print. PMID: 42049202. (Sehen)

Autor

 Silvia Azaña Gutiérrez
Silvia Azaña Gutiérrez
Embryologin
Hochschulabschluss in Gesundheitsbiologie an der Universität von Alcalá und Spezialisierung in klinischer Genetik an derselben Universität. Master-Abschluss in Assistierter Reproduktion von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit den IVI-Kliniken. Mehr über Silvia Azaña Gutiérrez
Zulassungsnummer: 3435-CV

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