Ernährung und Lebensstil sind Faktoren, die beim Versuch, schwanger zu werden, berücksichtigt werden sollten. Eine ausgewogene, fettarme und nährstoffreiche Ernährung sorgt für eine optimale Reproduktionsfunktion. Am besten sollte eine Ernährungsumstellung noch vor dem Versuch, ein Kind zu bekommen, erfolgen.
Eine größere Menge an Lebensmitteln bedeutet nicht immer eine bessere Ernährung. Sowohl zuviel als auch zuwenig Nährstoffe können eine Schwangerschaft erschweren.
Außerdem gibt es für normalgewichtige Frauen, die in guter körperlicher Verfassung sind, verschiedene Nahrungsmittel, die in die Ernährung aufgenommen werden sollten, um ihre Fruchtbarkeit zu unterstützen.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Bis vor wenigen Jahren wusste man nur wenig über das Verhältnis von Nahrungsmitteln zur Fruchtbarkeit. Heutzutage ist die Ernährung jedoch fester Bestandteil einer Kinderwunschbehandlung.
Demnach kann sich ein Body Mass Index über 30 oder unter 20 negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Daher spielt die Ernährung eine wichtige Rolle im Kinderwunsch.
Adipositas oder Übergewicht bei Frauen stehen in Zusammenhang mit Problemen im Eisprung. Genauer gesagt korreliert ein hohes Körpergewicht mit einer gestörten Reifung der Ovarialfollikel und mit einer stärkeren Degeneration derselben, was zu einer schlechteren Eizellqualität führt.
Ein niedriges Körpergewicht wirkt sich jedoch auch auf die Funktion der Hormone FSH und LH aus, die den Eisprungzyklus regulieren. In diesen Fällen kommt es zu einer Blockade des Eisprungs und der Menstruation.
Um den Eisprung, die Fruchtbarkeit und die Entwicklung des Babys zu verbessern, wird empfohlen, verschiedene Nähr- und Mineralstoffe in die Ernährung aufzunehmen. Es gibt zwar keine Wundernahrung für die Fruchtbarkeit, trotzdem ist es immer besser, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.
Im folgenden Abschnitt führen wir die Nährstoffgruppen auf, welche sich günstig auf die weibliche Fruchtbarkeit auswirken.
Makronährstoffe sind Nährstoffe, die dem Organismus eine erhöhte Energiezufuhr liefern. Unter ihnen befinden sich Lipide (Fette), Proteine und Kohlenhydrate.
Frauen, die ihre Fruchtbarkeit steigern wollen, sollten weniger verarbeitete Kohlenhydrate (Weißbrot, Nudeln usw.) und mehr Vollkornkohlenhydrate wie Quinoa oder Vollkornbrot essen, was zu einem langsameren Anstieg der Blutzuckerkonzentration und einer geringeren Insulinproduktion führt. Diese Effekte begünstigen die Fruchtbarkeit, da eine Insulinresistenz Störungen im Eisprung begünstigen kann.
In Bezug auf die Lipide wird empfohlen, wöchentlich etwa 350 g quecksilberarmen Fisch (Garnelen, leichten Thunfisch in Dosen, Lachs oder Wels) zu verzehren, da diese einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aufweisen. Darüber hinaus unterstützen sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren das Immunsystem und die Gesundheit der Eierstöcke und Eizellen. Diese Makronährstoffe haben daher einen positiven Effekt auf die weibliche Fruchtbarkeit.
Omega-3 und Omega-6 sind lebenswichtige mehrfach ungesättigte Fettsäuren Diese Arten von Lipiden müssen in die Ernährung aufgenommen werden, weil unser Körper nicht in der Lage ist, sie zu produzieren.
Andererseits fördert laut zahlreichen Studien der Ersatz von tierischen Proteinen durch pflanzliche Proteine den Eisprung bei Frauen. Fachleute raten daher unter anderem zum Verzehr von Brokkoli, Linsen oder Quinoa.
Vitamine sind Stoffe von großer Bedeutung für die Gesundheit des Menschen, da sie für die Regulierung vieler Körperfunktionen verantwortlich sind. Daher dürfte es nicht überraschend sein, dass ein Vitaminmangel die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
Es ist zu beachten, dass unser Körper Vitamin D nur aus Sonnenlicht und die in der Darmflora gebildeten Vitamine K, B1, B2 und Folsäure nur in geringen Mengen herstellen kann. Der Rest der Vitamine muss über Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel in die Ernährung aufgenommen werden. Vor allem beim Kinderwunsch sind einige Vitamine von großer Bedeutung. Dazu gehören die folgenden:
Darüber hinaus schützt dieses Vitamin die Eizellen vor Schäden. Trockenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse usw.) oder Olivenöl enthalten Vitamin E.
Eine angemessene Zufuhr einiger Mineralien kann dazu beitragen, die Fruchtbarkeit einer Frau zu verbessern. Einige der Mineralien, die die Fortpflanzungsfunktion des Körpers unterstützen, werden im Folgenden erörtert
Antioxidantien sind Moleküle, deren Zweck es ist, die Oxidation und Alterung der Zellen im Körper zu verhindern. Daher kann eine Ernährung, die reich an Antioxidantien ist, die weibliche Fruchtbarkeit verbessern, da sie die Reaktion der Eierstöcke verbessert und der Alterung der Eierstöcke vorbeugen hilft.
Zu den Lebensmitteln, die große Mengen an Antioxidantien enthalten, gehören Erdbeeren, Tomaten, Heidelbeeren, Karotten oder Spinat.
Ballaststoffe sind eine Sammlung von Bestandteilen, die der Körper nicht verdauen kann.
Im Allgemeinen sind Ballaststoffe in Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten. Der Verzehr dieser Nahrungsmittel in ausreichender Menge fördert die Empfängnis und die Entwicklung des Fötus. Darüber hinaus tragen Ballaststoffe dazu bei, das Risiko von polyzystischen Ovarien zu verringern.
Es gibt Lebens- und Essgewohnheiten, die sich auf die Empfängnisfähigkeit einer Frau auswirken können.
Alkoholkonsum oder Rauchen sind nicht die einzigen Gewohnheiten darunter. Es gibt auch Nahrungsmittel, die die Fruchtbarkeit von Frauen beeinflussen, wie Kaffee oder Nahrungsmittel, die reich an gesättigten Fettsäuren sind.
Koffein ist eines der am meisten konsumierten Stimulanzien und findet sich nicht nur im Kaffee, sondern auch in Tee, Erfrischungsgetränken, Schokolade...
Diese Substanz verändert den Östradiolspiegel und beeinflusst auch die Reifung der Eierstöcke. Bei Kinderwunsch ist daher ein hoher Koffeinkonsum nicht empfehlenswert.
Außerdem senkt Koffein auch den Prolaktinspiegel und verringert so die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis.
Spezialisten weisen darauf hin, dass 2 Tassen Kaffee pro Tag kein Hindernis für die Fruchtbarkeit darstellen sollten.
Rauchen wirkt sich negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit und die Gesundheit aus.
Raucherinnen weisen erhöhte Werte der Hormone FSH und LH auf, was zu einer verminderten Reaktionsfähigkeit der Gebärmutter und zu mehr Schwierigkeiten beim schwanger werden führt.
Rauchen verursacht einen Sauerstoffmangel im Gewebe und vermindert die Qualität der Fortpflanzungszellen und schädigt deren Erbgut. All dies führt zu einem erhöhten Fehlgeburtenrisiko.
Gesättigte Fette, die in rotem Fleisch, Schweinefleisch oder industriellen Backwaren enthalten sind, werden mit einer schlechten Eizellreifung bei Frauen in Verbindung gebracht, wodurch ihre Fruchtbarkeit vermindert wird. Dies liegt daran, dass ein hoher Konsum von gesättigten Fetten ein Ungleichgewicht zwischen der Menge an Progesteron und Östradiol im Körper verursacht.
Versucht ein Paar, schwanger zu werden, ist eine Ernährungsberatung empfehlenswert, um alle Ernährungsfehler zu erkennen, die sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken können.
Eine abwechslungsreiche Ernährung, die hauptsächlich aus Obst und Gemüse besteht, sichert die notwendige Versorgung mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Antioxidantien, die für die reproduktive Gesundheit entscheidend sind. Darüberhinaus sollten gesunde Fette (Nüsse, Olivenöl), Proteine und Milchprodukte einbezogen werden.
Die Menge der täglich verzehrten Nahrung sollte an das Körpergewicht jeder Person angepasst werden, da sowohl Übergewicht als auch Untergewicht die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Darüber hinaus wird ein täglicher Wasserverbrauch von etwa 2 Litern empfohlen.
Schließlich kann der Facharzt in bestimmten Fällen die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels empfehlen, damit kein Nährstoffmangel entsteht.
Die Fruchtbarkeit hängt unter anderem von der Gesundheit eines jeden Menschen ab, daher ist die Ernährung eine der wichtigsten Grundlagen vor und während der Schwangerschaft.
Es ist ratsam, eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung einzuhalten. Die mediterrane Ernährung ist dafür ideal, da sie die notwendigen Nährstoffe für ein gesundes Leben liefert. Darüber hinaus können Sie so oft am Tag essen, wie nötig, aber unter Berücksichtigung der richtigen Mengen für jede Person.
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Nein. Sowohl Dosen- als auch kunststoffverpackte Lebensmittel können Spuren von Bisphenol A enthalten, einer chemischen Verbindung, die als endokriner Disruptor wirkt und den Hormonzyklus stört. Daher kann Bisphenol A die Qualität der Eizellen verschlechtern und das Erreichen einer Schwangerschaft erschweren.
Ja, ein Defizit an Folsäure und einigen B-Vitaminen (wie B12 oder B6) führt zu einem Anstieg des Homocysteinspiegels, einer Aminosäure im Blut, die die Bildung von Blutgerinnseln und das Auftreten von Fehlgeburten fördert.
Die meisten der empfohlenen Nahrungsmittel wirken sich auf den Menstruationszyklus einer Frau aus. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, können Sie hier weiterlesen: Der Menstruationszyklus: Was passiert in jeder seiner Phasen?
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