Polyzystisch aussehende Ovarien werden im Allgemeinen gerne mit dem polyzystischem Ovarsyndrom (PCO-Syndrom) verwechselt. Diese Verbindung ist komplett falsch, da beide Fälle unterschiedliche Ursprünge und Folgen haben.
In diesem Artikel reden wir über den Unterschied zwischen polyzystischen Ovarien und dem polyzystischem Ovarsyndrom.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Auf keinen Fall. Die beiden Fälle unterscheiden sich grundlegend; die einzige Gemeinsamkeit bei diesen beiden Erkrankungen ist das Vorhandensein von polyzystischen Ovarien bei der Frau.
Es ist wichtig, vorher jede dieser Erkrankungen grob zu erklären, bevor die wichtigsten Unterschiede zwischen dem PCO-Syndrom und polyzystischen Ovarien festgestellt werden.
Ein polyzystisch aussehendes Ovar weist 8 oder mehr Follikel in der Basalphase, d.h. im Menstruationszeitraum, auf.
Die Größe dieser Follikel liegt gewöhnlich zwischen 2 und 9 mm und sie befinden sich im Ruhezustand, d.h. sie wachsen nicht. Dadurch verkümmern sie und bilden die so genannten Zysten, die diesen Zustand kennzeichnen.
Das polyzystische Ovarsyndrom ist eine Erkrankung, bei der es zu Störungen im Fortpflanzungs- Hormon- und/oder Endokrinen System der Frau kommt. Bei diesem Syndrom kommt es zu Hormonschwankungen, die sich negativ auf die Fruchtbarkeit der Patientin auswirken.
Trotz der Gemeinsamkeit von polyzystischen Ovarien unterscheiden sich beide Erkrankungen in wichtigen Aspekten wie:
Im folgenden Abschnitt erläutern wir diese Unterschiede genauer.
Vorhandene polyzystische Ovarien sind ein weiteres gynäkologisches Merkmal des weiblichen Fortpflanzungssystem. Es gibt also keine Erklärung dafür, warum Eierstöcke so aussehen- der Ursprung wird jedoch durch die eigene Genetik der Frau bestimmt, ohne einen krankhaften Zustand darzustellen.
Beim PCO-Syndrom fand man nach jahrelanger Forschung heraus, dass es eine sehr wichtige genetische Beteiligung gibt, da eine Reihe von Genen gefunden wurde, deren Veränderungen die Herkunft dieser Erkrankung erklären könnte. Es ist außerdem bekannt, dass, vor allem in Hinblick auf die Ernährungsgewohnheiten und eine gesunde Lebensweise, der Lebensstil der Frauen einen starken Einfluss hat. Trotzdem ist der Hauptgrund immer noch unklar.
Polyzystisch aussehende Ovarien verlaufen in der Regel asymptomatisch. Eines der wenigsten Symptome ist jedoch ein gestörter Menstruationszyklus, der dadurch etwas länger werden kann.
Normalerweise führt diese Erkrankung nicht zu großen hormonellen und/oder reproduktiven Veränderungen, die einen Besuch beim Gynäkologen erfodern würden. Aus diesem Grund wird die Diagnose meist spontan im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung gestellt.
In Bezug auf das PCO-Syndrom weist das Krankheitsbild eine ganze Reihe hormoneller Schwankungen auf, die folgendes verursachen können:
Da es sich um eine offensichtlichere Sympomatik handelt, erfolgt die Diagnose sind zufällig, sondern wird gestellt, wenn die Patientin aufgrund der Beschwerden bei PCOS zur Sprechstunde kommt.
Die durch diese Erkrankungen verursachten Fruchtbarkeitsprobleme unterscheiden sich erheblich. Dies sind die wichtigsten Unterschiede:
Wie bereits erwähnt, muss das Vorhandensein polyzystisch aussehender Eierstöcke das Hormonsystem und damit die Fruchtbarkeit der Frau nicht beeinträchtigen.
Manchmal kann es jedoch bestimmte Menstruationsschwankungen geben, mit denen eine Schwangerschaft schwieriger wird. Die am häufigsten auftretenden sind:
Diese Probleme lassen sich leicht mit Behandlungen zur Ovulationsinduktion lösen, die eine Regulierung der Zyklen und das Erreichen einer Schwangerschaft auf natürliche Weise ermöglichen. Diese Behandlungen bestehen darin, die Produktion der Hormone zu erhöhen, die das Wachstum der Follikel stimulieren. Normalerweise werden sie 4 oder 5 Tage lang oral verabreicht und sind recht erschwinglich.
Manchmal können Ultraschallkontrollen notwendig sein, um den Zeitpunkt des Eisprungs und den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs besser überwachen zu können.
Was das PCOS betrifft, besteht aufgrund der hormonellen Veränderungen, die dieses Syndrom mit sich bringt, ein direkter Zusammenhang mit der Unfruchtbarkeit.
Die hohen Androgenspiegel im Blut verhindern, dass die Follikelentwicklung richtig abläuft. Da sie ihre Reifung nicht vollenden können, können die Follikel die Eizelle nicht freisetzen und im Eierstock verkümmern. Diese Situation kann durch das Missverhältnis anderer Hormone wie LH oder Insulin, deren zu hohe Werte ebenfalls dazu beitragen, den Eisprung zu verhindern und die Qualität der Eizellen zu verändern, erheblich verschlimmert werden.
In der Regel ist der direkte Rückgriff auf Gonadotropin-Stimulationsbehandlungen erforderlich, die mittels Injektionen verabreicht werden, da die Ovulationsauslöser nicht ausreichen. Dies erfordert eine stärkere Kontrolle durch Ultraschall und Hormonanalyse.
Bei PCOS sind die erforderlichen Fruchtbarkeitsbehandlungen anspruchsvoller, da das klinische Bild schwerwiegendere Veränderungen aufweist.
Abhängig vom Schweregrad des Syndroms und der Qualität der verwendeten Samenprobe kann Geschlechtsverkehr nach Plan oder eine künstliche Befruchtung oder sogar IVF/ICSI in Betracht gezogen werden.
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Polyzystische Ovarien deuten nicht unbedingt auf ein später auftretendes PCO-Syndrom hin. Sollten jedoch andere hormonelle Komplikatioinen auftreten, liegt bei der Patientin ein erhöhtes Risiko vor, an PCOS zu erkranken.
Selbst wenn die Eierstöcke mehrere Follikel aufweisen, muss die Patientin nicht unbedingt PCO entwickeln.
Sie sind nicht weniger fruchtbar, weil Sie polyzystisch aussehende Eierstöcke haben. Die einzige Komplikation, die auftreten kann, besteht darin, dass es bei unregelmäßigen Zyklen komplizierter ist, den Zeitpunkt des Eisprungs und damit die fruchtbarn Tage zu bestimmen.
Um zwischen diesen beiden Situationen zu unterscheiden, ist eine Reihe einfacher medizinischer Untersuchungen notwendig: ein Bluttest zur Überprüfung des Hormonspiegels sowie eine körperliche Untersuchung, um festzustellen, ob die Frau an eindeutigen Anzeichen von Hyperandrogenismus leidet.
Wie wir bereits erwähnt haben, ist es im Fall von PCOS und Kinderwunsch notwendig, je nach dem Krankheitsbild der Frau auf mehr oder weniger komplexe Techniken der assistierten Reproduktion zurückzugreifen. Meistens wird eine Stimulationsbehandlung durchgeführt. Wenn Sie wissen möchten, wie solche abläuft, klicken Sie hier: Zweck und Ablauf einer Follikelstimulation.
Um auszuschließen, dass eine Frau mit mehreren Eierstockzysten tatsächlich an PCOS erkrankt ist, ist ein Besuch beim Gynäkologen und die Durchführung einer Reihe von Tests erforderlich. Welche Tests zur Beurteilung der Fruchtbarkeit notwendig sind, erfahren Sie in diesem Artikel: Fruchtbarkeitstests bei Frauen: Welche gibt es?
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