Unterschiede zwischen polyzystischen Ovarien und PCO-Syndrom

durch (gynäkologe), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 12/06/2020

Polyzystisch aussehende Ovarien werden im Allgemeinen gerne mit dem polyzystischem Ovarsyndrom (PCO-Syndrom) verwechselt. Diese Verbindung ist komplett falsch, da beide Fälle unterschiedliche Ursprünge und Folgen haben.

In diesem Artikel reden wir über den Unterschied zwischen polyzystischen Ovarien und dem polyzystischem Ovarsyndrom.

Sind polyzysistische Ovarien dasselbe wie PCO-Syndrom?

Auf keinen Fall. Die beiden Fälle unterscheiden sich grundlegend; die einzige Gemeinsamkeit bei diesen beiden Erkrankungen ist das Vorhandensein von polyzystischen Ovarien bei der Frau.

Es ist wichtig, vorher jede dieser Erkrankungen grob zu erklären, bevor die wichtigsten Unterschiede zwischen dem PCO-Syndrom und polyzystischen Ovarien festgestellt werden.

Was versteht man unter polyzystischen Ovarien?

Ein polyzystisch aussehendes Ovar weist 8 oder mehr Follikel in der Basalphase, d.h. im Menstruationszeitraum, auf.

Die Größe dieser Follikel liegt gewöhnlich zwischen 2 und 9 mm und sie befinden sich im Ruhezustand, d.h. sie wachsen nicht. Dadurch verkümmern sie und bilden die so genannten Zysten, die diesen Zustand kennzeichnen.

Was ist das PCO-Syndrom?

Das polyzystische Ovarsyndrom ist eine Erkrankung, bei der es zu Störungen im Fortpflanzungs- Hormon- und/oder Endokrinen System der Frau kommt. Bei diesem Syndrom kommt es zu Hormonschwankungen, die sich negativ auf die Fruchtbarkeit der Patientin auswirken.

Das häufigste Symptom dieses Syndroms sind vorhandene polyzystische Ovarien, weshalb diese beiden Erkrankungen miteinander verwechselt werden können.

Unterschied zwischen PCO-Syndrom und polyzystischen Ovarien

Trotz der Gemeinsamkeit von polyzystischen Ovarien unterscheiden sich beide Erkrankungen in wichtigen Aspekten wie:

  • Herkunft
  • Symptome
  • Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Im folgenden Abschnitt erläutern wir diese Unterschiede genauer.

Ursachen

Vorhandene polyzystische Ovarien sind ein weiteres gynäkologisches Merkmal des weiblichen Fortpflanzungssystem. Es gibt also keine Erklärung dafür, warum Eierstöcke so aussehen- der Ursprung wird jedoch durch die eigene Genetik der Frau bestimmt, ohne einen krankhaften Zustand darzustellen.

Beim PCO-Syndrom fand man nach jahrelanger Forschung heraus, dass es eine sehr wichtige genetische Beteiligung gibt, da eine Reihe von Genen gefunden wurde, deren Veränderungen die Herkunft dieser Erkrankung erklären könnte. Es ist außerdem bekannt, dass, vor allem in Hinblick auf die Ernährungsgewohnheiten und eine gesunde Lebensweise, der Lebensstil der Frauen einen starken Einfluss hat. Trotzdem ist der Hauptgrund immer noch unklar.

Symptomatik

Polyzystisch aussehende Ovarien verlaufen in der Regel asymptomatisch. Eines der wenigsten Symptome ist jedoch ein gestörter Menstruationszyklus, der dadurch etwas länger werden kann.

Normalerweise führt diese Erkrankung nicht zu großen hormonellen und/oder reproduktiven Veränderungen, die einen Besuch beim Gynäkologen erfodern würden. Aus diesem Grund wird die Diagnose meist spontan im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung gestellt.

In Bezug auf das PCO-Syndrom weist das Krankheitsbild eine ganze Reihe hormoneller Schwankungen auf, die folgendes verursachen können:

Oligoovulation/Anovulation
Fehlende oder sehr wenige und/oder sporadische Menstruation.
Klinischer und/oder biochemischer Hyperandrogenismus
Überschuss männlicher Hormoe im Blut sowie Hirsutismus (Haare im typisch männlichen Bereichen) und übermäßige Akne.
Übergewicht.
Zu viel Körperfett.
Polyzystische Ovarien.
Ovarien mit mehreren Follikeln im Ruhezustand, die ihnen ein perlenkettenähnliches Aussehen verleihen.

Da es sich um eine offensichtlichere Sympomatik handelt, erfolgt die Diagnose sind zufällig, sondern wird gestellt, wenn die Patientin aufgrund der Beschwerden bei PCOS zur Sprechstunde kommt.

Bei PCOS handelt es sich um eine sehr heterogene Pathologie, und nicht alle Symptome sind immer mit dem selben Erkrankungsgrad vorhanden. Das macht die Diagnose sehr schwierig.

Fruchtbarkeitsprobleme

Die durch diese Erkrankungen verursachten Fruchtbarkeitsprobleme unterscheiden sich erheblich. Dies sind die wichtigsten Unterschiede:

Fruchtbarkeit mit polyzystischem Ovar

Wie bereits erwähnt, muss das Vorhandensein polyzystisch aussehender Eierstöcke das Hormonsystem und damit die Fruchtbarkeit der Frau nicht beeinträchtigen.

Manchmal kann es jedoch bestimmte Menstruationsschwankungen geben, mit denen eine Schwangerschaft schwieriger wird. Die am häufigsten auftretenden sind:

Anovulation
aufgrund der hohen Anzahl von Follikeln, die in ihren Eierstöcken wachsen, kann es bei diesen Frauen zu Menstruationszyklen ohne Eisprung kommen.
Oligomenorrhoe
Diese Menstruationsveränderung umfasst Zyklen von 35 Tagen oder mehr. Das macht es sehr schwierig zu bestimmen, an welchem Tag der Eisprung stattfindet und welche Tage für eine Empfängnis am besten geeignet sind.

Diese Probleme lassen sich leicht mit Behandlungen zur Ovulationsinduktion lösen, die eine Regulierung der Zyklen und das Erreichen einer Schwangerschaft auf natürliche Weise ermöglichen. Diese Behandlungen bestehen darin, die Produktion der Hormone zu erhöhen, die das Wachstum der Follikel stimulieren. Normalerweise werden sie 4 oder 5 Tage lang oral verabreicht und sind recht erschwinglich.

Manchmal können Ultraschallkontrollen notwendig sein, um den Zeitpunkt des Eisprungs und den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs besser überwachen zu können.

Fruchtbarkeit mit PCO-Syndrom

Was das PCOS betrifft, besteht aufgrund der hormonellen Veränderungen, die dieses Syndrom mit sich bringt, ein direkter Zusammenhang mit der Unfruchtbarkeit.

Die hohen Androgenspiegel im Blut verhindern, dass die Follikelentwicklung richtig abläuft. Da sie ihre Reifung nicht vollenden können, können die Follikel die Eizelle nicht freisetzen und im Eierstock verkümmern. Diese Situation kann durch das Missverhältnis anderer Hormone wie LH oder Insulin, deren zu hohe Werte ebenfalls dazu beitragen, den Eisprung zu verhindern und die Qualität der Eizellen zu verändern, erheblich verschlimmert werden.

In der Regel ist der direkte Rückgriff auf Gonadotropin-Stimulationsbehandlungen erforderlich, die mittels Injektionen verabreicht werden, da die Ovulationsauslöser nicht ausreichen. Dies erfordert eine stärkere Kontrolle durch Ultraschall und Hormonanalyse.

Bei PCOS sind die erforderlichen Fruchtbarkeitsbehandlungen anspruchsvoller, da das klinische Bild schwerwiegendere Veränderungen aufweist.

Abhängig vom Schweregrad des Syndroms und der Qualität der verwendeten Samenprobe kann Geschlechtsverkehr nach Plan oder eine künstliche Befruchtung oder sogar IVF/ICSI in Betracht gezogen werden.

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Fragen die Nutzer stellten

Ich habe polyzystische Ovarien. Kann sich daraus das PCO-Syndrom entwickeln?

durch Victoria Moliner (embryologin).

Polyzystische Ovarien deuten nicht unbedingt auf ein später auftretendes PCO-Syndrom hin. Sollten jedoch andere hormonelle Komplikatioinen auftreten, liegt bei der Patientin ein erhöhtes Risiko vor, an PCOS zu erkranken.

Selbst wenn die Eierstöcke mehrere Follikel aufweisen, muss die Patientin nicht unbedingt PCO entwickeln.

Ich habe viele Eierstockzysten. Bin ich deshalb weniger fruchtbar?

durch Victoria Moliner (embryologin).

Sie sind nicht weniger fruchtbar, weil Sie polyzystisch aussehende Eierstöcke haben. Die einzige Komplikation, die auftreten kann, besteht darin, dass es bei unregelmäßigen Zyklen komplizierter ist, den Zeitpunkt des Eisprungs und damit die fruchtbarn Tage zu bestimmen.

Wie kann man polyzystische Ovarien vom PCO-Syndrom unterscheiden?

durch Victoria Moliner (embryologin).

Um zwischen diesen beiden Situationen zu unterscheiden, ist eine Reihe einfacher medizinischer Untersuchungen notwendig: ein Bluttest zur Überprüfung des Hormonspiegels sowie eine körperliche Untersuchung, um festzustellen, ob die Frau an eindeutigen Anzeichen von Hyperandrogenismus leidet.

Für Sie empfohlen

Wie wir bereits erwähnt haben, ist es im Fall von PCOS und Kinderwunsch notwendig, je nach dem Krankheitsbild der Frau auf mehr oder weniger komplexe Techniken der assistierten Reproduktion zurückzugreifen. Meistens wird eine Stimulationsbehandlung durchgeführt. Wenn Sie wissen möchten, wie solche abläuft, klicken Sie hier: Zweck und Ablauf einer Follikelstimulation.

Um auszuschließen, dass eine Frau mit mehreren Eierstockzysten tatsächlich an PCOS erkrankt ist, ist ein Besuch beim Gynäkologen und die Durchführung einer Reihe von Tests erforderlich. Welche Tests zur Beurteilung der Fruchtbarkeit notwendig sind, erfahren Sie in diesem Artikel: Fruchtbarkeitstests bei Frauen: Welche gibt es?

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Literaturverzeichnis

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Cheung AP, Chang RJ 1990 Polycystic ovary syndrome. Clinical Obstetrics and Gynecology 33, 655–667.

Clayton RN, Ogden V, Hodgkinson J et al. 1992 How common are polycystic ovaries in normal women and what is their significance for the fertility of the population. Clinical Endocrinology 37, 127–134.

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Syndrome. Cambridge University Press 2000;56-69.

Fragen die Nutzer stellten: 'Ich habe polyzystische Ovarien. Kann sich daraus das PCO-Syndrom entwickeln?', 'Ich habe viele Eierstockzysten. Bin ich deshalb weniger fruchtbar?' Und 'Wie kann man polyzystische Ovarien vom PCO-Syndrom unterscheiden?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dr. Miguel Ángel Vincenti Bosco
Dr. Miguel Ángel Vincenti Bosco
Gynäkologe
Medizinstudium mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe. Facharzt für Reproduktionsmedizin mit einer langen Laufbahn als Ärztlicher Direktor in Fruchtbarkeitszentren. Derzeit arbeitet er als Spezialist am Institut für assistierte Reproduktion Quirónsalud Dexeus Murcia und an der Abteilung für assistierte Reproduktion im Krankenhaus Quirónsalud Torrevieja. Mehr über Dr. Miguel Ángel Vincenti Bosco
 Victoria Moliner
Victoria Moliner
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizin an der Universität Valencia (UV), mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion der Universität Valencia und dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Derzeit ist sie als Forschungsbiologin tätig. Mehr über Victoria Moliner
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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