Die In-vitro-Maturation (auch IVM genannt) ist ein Verfahren, bei dem unreife Eizellen in vitro, d.h. im Labor, reifen.
Zur Durchführung dieser Methode unterzieht sich die Patientin normalerweise keiner Hormonbehandlung in einer Stimulationsbehandlung (falls doch, fällt diese niedrig aus). Dabei handelt es sich um eine der größten Vorteile bei dieser Technik.
Allerdings ist die IVM in IVF-Labors keine Standardprozedur und wird daher als experimentelle Technik betrachtet.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Die In-vitro-Maturation ist eine Technik in der Kinderwunschbehandlung, bei der unreife Eizellen im Labor heranreifen, bis sie das Stadium der Reife erreichen. Diese ist auch bekannt als Metaphase II.
Der IVM-Prozess besteht aus der Inkubation der unreifen Eizellen für einen Zeitraum, der üblicherweise zwischen 24 und 48 Stunden in einem Kulturmedium mit kontrollierten Bedingungen liegt.
Der größte Unterschied zu klassischen IVF-Zyklen besteht darin, dass die Patientin bei der IVM keine (oder nur eine sehr niedrig dosierte) vorherige Hormonbehandlung erhält. Daher ist bei der IVM im Gegensatz zu regulären IVF-Zyklen keine Stimulierung der Eierstöcke erforderlich.
Dies ist einer der wichtigsten Vorteile der IVM, da sie das Risiko einer ovariellen Überstimulation minimiert, die als Folge der Stimulationsbehandlung auftreten kann.
Die IVM ist eine Technik bei der die Eierstöcke nicht stimuliert werden, was somit das Risiko einer ovariellen Überstimulation reduziert. Daher würde die IVM in folgenden Situationen verwendet werden:
Eine weitere Option für Low Responder ist die Durchführung einer „Notfall“-IVM. In diesem Fall beginnt der Zyklus mit der Stimulierung einer klassischen IVF. Alle Eizellen werden durch Follikelpunktion entnommen und eine IVM wird an den unreifen Eizellen durchgeführt, um sie zu "retten". Ziel ist es, diese zu den bereits in reifem Zustand erhaltenen Eizellen hinzuzufügen, um die Chancen auf eine Schwangerschaft dieser Patientinnen zu erhöhen.
Die IVM-Technik bietet eine Reihe von Vorteilen, die im Laufe des Artikels erwähnt wurden und die wir hier zusammenfassen:
Momentan wird die IVM nur in Sonderfällen eingesetzt. Im Folgenden werden einige der Gründe genannt, warum sich IVM nicht durchgesetzt hat:
Wenn Sie eine In-vitro-Fertilisation benötigen um Mutter zu werden, bekommen Sie mit diesem Tool einen personalisierten Bericht, mit allen Einzelheiten der nötigen Behandlung sowie der Kliniken die unseren Qualitätskriterien entsprechen und deren Kostenvoranschläge zugeschickt. Außerdem erhalten Sie nützliche Tipps für Ihren ersten Besuch in der Kinderwunschklinik.
Im Allgemeinen sind die geburtshilflichen und perinatalen Ergebnisse von Babys, die nach IVM geboren werden, gut. Allerdings gibt es nur wenige Studien, und die Neugeborenen werden nur kurz begleitet.
Aus all diesen Gründen ist die IVM derzeit keine Alternative zur klassischen IVF bei Fällen, in denen eine Stimulation der Eierstöcke nicht ratsam ist. Im Gegensatz dazu hat die IVM ein großes Potenzial bei der Erhaltung der Fruchtbarkeit.
Die IVM (In Vitro Maturation) von Eizellen ist eine Technik, die seit mehr als 20 Jahren bekannt ist, deren klinische Anwendung aber noch sehr begrenzt ist. Die Ergebnisse der Schwangerschaftsrate bei der IVM sind immer noch schlechter als bei der IVF.
Es gibt jedoch einige Fälle, in denen die IVM Vorteile gegenüber der IVF bieten kann:
In den oben genannten Fällen wird die IVM immer wichtiger, da sie es uns ermöglichen würde, die Anzahl der zu erhaltenden Eizellen zu erhöhen, ohne länger warten zu müssen oder eine weitere Hormonbehandlung durchführen zu müssen, bevor wir mit der Behandlung der Krankheit fortfahren.
Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom (PCO-Syndrom) können die IVM als eine mögliche Option in Betracht ziehen.
PCOS-Patientinnen haben eine hohe Follikelzahl und haben auch ein erhöhtes Risiko für ein ovarielles Überstimulationssyndrom.
Da bei der IVM-Technik keine Stimulation der Eierstöcke erforderlich ist, wird das Risiko einer Überstimulation minimiert. Damit eignet sich die IVM perfekt für die Behandlung von Patientinnen mit PCO.
Es gibt jedoch nicht genügend Beweise, um die IVM gegenüber einer konventionellen IVF-Behandlung für PCO-Patientinnen zu empfehlen. Darüber hinaus gibt es auch keine eindeutigen Belege für bessere Ergebnisse in Bezug auf die Schwangerschaftsraten der IVM gegenüber der konventionellen IVF bei PCO.
Wir haben das ovarielle Überstimulationssyndrom in diesem Artikel besprochen. Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen diesen Post: Ovarielles Überstimulationssyndrom: Was ist es und wie es behandelt wird
Wenn Sie weitere Informationen über das PCO-Syndrom benötigen, schauen Sie hier vorbei: Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Ursachen, Symptome und Behandlung
Wir bemühen uns, Ihnen Informationen von höchster Qualität zu liefern.
🙏 Bitte teilen Sie diesen Artikel, wenn er Ihnen gefallen hat. 💜💜 Helfen Sie uns, weiterzumachen!
Cha KY, Chung HM, Lee DR, Kwon H, Chung MK, Park LS, Choi DH, Yoon TK. Obstetric outcome of patients with polycystic ovary syndrome treated by in vitro maturation and in vitro fertilization-embryo transfer. Fertil Steril. 2005 May;83(5):1461-5.
Escrich L, Grau N, de los Santos MJ, Romero JL, Pellicer A, Escribá MJ. The dynamics of in vitro maturation of germinal vesicle oocytes. Fertil Steril. 2012 Nov;98(5):1147-51.
Holte TO, Norderhaug IN. In Vitro Maturation of Oocytes within Assisted Reproduction [Internet]. Oslo, Norway: Knowledge Centre for the Health Services at The Norwegian Institute of Public Health (NIPH); 2007 Jun. Report from Norwegian Knowledge Centre for the Health Services (NOKC) No. 18-2007.
Lee HJ, Barad DH, Kushnir VA, Shohat-Tal A, Lazzaroni-Tealdi E, Wu YG, Gleicher N. Rescue in vitro maturation (IVM) of immature oocytes in stimulated cycles in women with low functional ovarian reserve (LFOR). Endocrine. 2016 Apr;52(1):165-71.
Liu J, Lu G, Qian Y, Mao Y, Ding W. Pregnancies and births achieved from in vitro matured oocytes retrieved from poor responders undergoing stimulation in in vitro fertilization cycles. Fertil Steril. 2003 Aug;80(2):447-9.
Oktay K, Buyuk E, Rodriguez-Wallberg KA, Sahin G. In vitro maturation improves oocyte or embryo cryopreservation outcome in breast cancer patients undergoing ovarian stimulation for fertility preservation. Reprod Biomed Online. 2010 May;20(5):634-8.
Reavey J, Vincent K, Child T, Granne IE. Human chorionic gonadotrophin priming for fertility treatment with in vitro maturation. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Nov 16;11(11):CD008720.
Requena A, Neuspiller F, Cobo AC, Aragonés M, Remohí J, Simón C, Pellicer A. The potential use of maturation in vitro of human oocytes in low responder patients. J Assist Reprod Genet. 2000 May;17(5):239-44.
Shu-Chi M, Jiann-Loung H, Yu-Hung L, Tseng-Chen S, Ming-I L, Tsu-Fuh Y. Growth and development of children conceived by in-vitro maturation of human oocytes. Early Hum Dev. 2006 Oct;82(10):677-82.
Siristatidis CS, Maheshwari A, Vaidakis D, Bhattacharya S. In vitro maturation in subfertile women with polycystic ovarian syndrome undergoing assisted reproduction. Cochrane Database Syst Rev. 2018 Nov 15;11(11):CD006606.
Söderström-Anttila V, Salokorpi T, Pihlaja M, Serenius-Sirve S, Suikkari AM. Obstetric and perinatal outcome and preliminary results of development of children born after in vitro maturation of oocytes. Hum Reprod. 2006 Jun;21(6):1508-13.
Son WY, Lee SY, Yoon SH, Lim JH. Pregnancies and deliveries after transfer of human blastocysts derived from in vitro matured oocytes in in vitro maturation cycles. Fertil Steril. 2007 Jun;87(6):1491-3.
Tan SL, Child TJ, Gulekli B. In vitro maturation and fertilization of oocytes from unstimulated ovaries: predicting the number of immature oocytes retrieved by early follicular phase ultrasonography. Am J Obstet Gynecol. 2002 Apr;186(4):684-9.