Wenn ein Paar seit einem Jahr ohne Erfolg schwanger werden will, gibt es eine Reihe von Tests, die der Spezialist bei Fruchtbarkeitsproblemen anfordern kann.
Der männliche Fruchtbarkeitstest schlechthin ist der Spermientest oder Spermiogramm, der die Qualität des Spermiums analysiert; dazu gibt es noch andere zusätzliche Studien, wie z.B. den Hormontest.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Um eine Unfruchtbarkeitsdiagnose zu stellen, muss das Paar einen Spezialisten für Fruchtbarkeit aufsuchen. Im Allgemeinen wird empfohlen, einen Spezialisten aufzusuchen, sobald das Paar mindestens ein Jahr versucht hat, mittels ungeschütztem Geschlechtsverkehr schwanger zu werden.
Ab diesem Zeitpunkt stellt der Arzt ihnen eine Reihe von Fragen, um eine Patientenakte anzulegen und medizinische Tests für beide anzufordern. Ziel ist es, die Ursache der Unfruchtbarkeit zu ermitteln und die beste Behandlung auszusuchen.
Zu den Standarduntersuchungen bei der Bestimmung der Fruchtbarkeit von Männern gehören folgende:
Die Fruchtbarkeitsuntersuchung bei Männern sollte immer individualisiert erfolgen. Deshalb werden bei jedem Patienten unterschiedliche Untersuchungen gemacht.
Der erste Test ist eine körperliche Untersuchung, um auszuschließen, dass Fruchtbarkeitsprobleme auf Hoden- oder Ejakulationsebene vorliegen.
Dazu führt der Urologe in der Regel die folgenden Untersuchungen durch:
Ziel ist es, anatomische Probleme auszuschließen und zu beurteilen, ob der Mann Schwierigkeiten hat, den Samen richtig abzusondern. Sofern es keine Veränderungen in dieser Hinsicht gibt, wird im nächsten Abschnitt das Ejakulat untersucht.
Die Samenanalyse, auch Spermiogramm genannt, besteht aus der Untersuchung der Samenmerkmale, die die Qualität des Ejakulats bestimmen. Um diesen Test durchführen zu können, ist es wichtig, zwischen 3 und 5 Tagen abstinent zu bleiben.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt Mindestwerte fest, um eine Samenprobe als normal zu betrachten. Abhängig von den Ergebnissen des Seminogramms können wir wissen, ob es eine Erkrankung vorliegt oder ob der Samen normal ist (Normozoospermie).
Liegt eine Erkrankung vor, wird diese je nach betroffenem Samenparameter in verschiedenen Klassen eingeteilt.
Wird eine makroskopische Samenuntersuchung durchgeführt, werden Standardmerkmale des Spermas mit bloßem Auge bewertet ohne dass dabei auf ein Mikroskop zurückgegriffen werden muss.
Im folgendem Abschnitt führen wir die Samenparameter auf, die mithilfe einer makroskopischen Studie untersucht werden können:
Unter Berücksichtigung dieser Spermienanalysen ist es nicht kompliziert, die Ergebnisse des Spermiogramms selbst zu interpretieren.
In einer mikroskopischen Untersuchung wird eine kleine Samenprobe unter dem Mikroskop analysiert. Die wichtigsten Eigenschaften, die im Seminogramm analysiert werden, sind daher:
Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, wie Spermien untersucht werden, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Was ist eine Samenanalyse und wie funktioniert sie?
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Zeigt das Seminogramm veränderte Ergebnisse, kann eine Hormonanalyse mittels Blutabnahme durchgeführt werden. Diese Untersuchung kann dabei helfen herauszufinden, warum das Spermiogramm Werte außerhalb des Normbereiches aufweißt.
Die Spermienproduktion erfolgt im Hoden durch die Wirkung von Sexualhormonen wie das Testosteron, das FSH (follikelstimulierendes Hormon), das LH (luteinisierendes Hormon) oder das Prolaktin.
Daher können abnormale Werte dieser Hormone die Spermatogenese und damit die Menge und Qualität der Spermien beeinträchtigen.
Wenn die Testergebnisse im Spermiogramm negativ sind oder abweichende Werte in der Konzentration, Beweglichkeit oder Form der Spermien vorliegen, werden in der Regel ergänzende Tests angefordert um die Ursachen zu bestätigen.
Im folgenden Absatz zeigen wir jede einzelne der zusätzlichen Tests auf, die beim Mann gemacht werden.
Damit das Sperma die Eizelle richtig befruchten kann und zu einem gesunden Embryo führt der sich in die Gebärmutter der Mutter einnistet, darf die Spermien-DNA nicht beschädigt sein .
Ein hoher Prozensatz an fragmentierter Spermien-DNA kann zu Befruchtungsstörungen und auch zu frühzeitigen Entwicklungsstörungen im Embryo führen.
In den letzten Jahren hat sich der Prozentsatz der Männer erhöht, die einen hohen Grad an fragmentierten Spermien-DNA aufweisen. Zu den häufigsten Ursachen gehören die Exposition gegenüber Schadstoffen, medikamentöse Behandlungen, Rauchen, oder eine erhöhte Hodentemperatur.
Aus diesem Grund müssen betroffene Männer mit einem Prozentsatz über 30% fragmentierter Spermien auf assistierte Reproduktionstechniken zurückgreifen, um ein Kind zeugen zu können.
Bei mehr als einer Million Leukozyten/ml im Seminogramm wird eine Samen- oder Spermienkultur durchgeführt, die im wesentlichen aus einer bakteriologischen Studie besteht um vorhandene Mikroorganismen oder Bakterien festzustellen.
Diese Probe wird auch bei Hodenschmerzen, Hodenentzüdungen, Blut im Sperma oder einer Veränderung der Farbe und des Geruchs im Samen durchgeführt.
Bei einem negativen Ergebnis liegt keine Infektion vor. Überschreitet die Menge an Mikroorganismen dagegen die Normalwerte, liegt dagegen eine Infektion vor.
Der Karyotyp ist der Satz von Chromosomen, der in jeder Zelle eines Individuums vorhanden ist. Konkret gibt es beim Menschen 23 Chromosomenpaare und eines davon entspricht den Geschlechtschromosomen (XX für die Frau und XY für den Mann).
Daher besteht die Karyotyp-Untersuchung darin, die Chromosomen zu analysieren, um zu sehen, ob es irgendeine Veränderung gibt, sowohl numerisch als auch strukturell, die die Ursache der Unfruchtbarkeit sein kann. Diese Untersuchung wird mittels eines Bluttests durchgeführt.
Der Karyotyp ist ein sehr wichtiger diagnostischer Test und wird routinemäßig sowohl bei männlicher als auch bei weiblicher Unfruchtbarkeit durchgeführt. Wenn die Eltern eine genetische oder chromosomale Anomalie haben, ist es sehr gut möglich, dass dies die Ursache für ihr Problem bei der Empfängnis ist.
Dieser Test wird durchgeführt, um zu sehen, ob die Spermienplasmamembran richtig funktioniert oder ob sie beschädigt ist. Dazu werden die Spermien in ein hypotones Medium (salzarm) eingebracht, was zu einem osmotischen Ungleichgewicht in den Zellen führt, wodurch das Medium in das Innere der Spermien gelangt und anschwillt.
Wenn die Spermienmembran beschädigt ist, ist sie nicht funktionsfähig, so dass keine Befruchtung stattfinden kann. Daher die Relevanz dieses Tests.
Die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung oder auch Spermien FISH ist ein zytogenetischer Analysetest, bei dem bestimmte Chromosomen der Spermien mit fluoreszierenden DNA-Sonden markiert werden. Sie dient dazu, zu überprüfen, ob die Spermien einen normalen Chromosomenzusammenbau haben. Daher liefert der Spermien-FISH große Informationen über die Samenqualität des Mannes.
Dieser Test wird in der Regel durchgeführt in Fällen von:
Die Chromosomen, die normalerweise in diesen Situationen analysiert werden, sind die Chromosomen 13, 18, 21, X und Y. Dies wird als 5-Sonden-FISH bezeichnet. Diese Studie kann jedoch auch an anderen Chromosomen durchgeführt werden.
Ein abnormales FISH-Ergebnis liegt vor, wenn zwischen 100 und 2000 Spermien analysiert werden und eine Zunahme der Häufigkeit chromosomaler Veränderungen beobachtet wird; diese vergleicht man mit einer Kontrollgruppe von fruchtbaren Spendern.
Die Hodenbiopsie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem kleine Fragmente des Hodens entnommen werden, um die Spermienproduktion zu überprüfen. Sie wird bei fehlenden Spermien im Ejakulat durchgeführt, eine Erkrankung, die Azoospermie genannt wird.
Normalerweise verursacht diese Technik beim Mann keine Komplikationen. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es jedoch zu einer Wundinfektion oder leichten Beschwerden in diesem Bereich kommen.
Wenn Sie mehr über diesen ergänzenden Test am Mann lesen möchten, empfehlen wir Ihnen, auf diesen Link zu klicken: Hodenbiopsie.
Obwohl bei Männern die Produktion von Keimzellen nie eingestellt wird, haben zahlreiche Studien gezeigt, dass es eine Abnahme der Spermienqualität gibt, die direkt mit dem Alter des Mannes zusammenhängt, obwohl sie nicht so drastisch ist wie bei Frauen der Fall.
Im Alter von 40 bis 70 Jahren nimmt die Testosteronproduktion langsam ab, die sich schließlich auf die Qualität der Spermien auswirkt, was zur Abnahme des Volumens, der Mobilität und der Morphologie der Spermien, zusammen mit einer Schädigung der Spermien-DNA führt.
Bei einem Jahr ungeschütztem Geschlechtsverkehr ohne Schwangerschaft, oder wenn der Mann wissen möchte, ob er zeugungsfähig ist, kann eine Fruchtbarkeitsuntersuchung durchgeführt werden.
Eine männliche Fruchtbarkeitsuntersuchung kostet zwischen 100 und 200 €. Dies hängt von der Kinderwunschklinik, in der sie durchgeführt wird, und den enthaltenen Tests ab.
Falls zusätzliche Tests erforderlich sind, muss mit einem Anstieg der Kosten für diese Fruchtbarkeitsuntersuchung des Mannes gerechnet werden.
Ohne entsprechende medizinische Untersuchung ist nicht bekannt, ob man als Mann an zeugungsunfähigkeit leidet. Der Patient sollte einen Spezialisten aufsuchen, um ein Spermiogramm und eine Untersuchung zur Beurteilung seiner Fruchtbarkeit durchführen zu lassen.
In einem Zentrum für assistierte Reproduktion bzw. Kinderwunschklinik oder in einem Krankenhaus mit eigener Abteilung für menschliche Reproduktion. Die Tests sollten von einem erfahrenen Urologen oder Andrologen gemacht werden.
Bei Verdacht auf zeugungsunfähigkeit gehört die Untersuchung zur Krankenbehandlung und die Leistung kann über die Gesundheitskarte abgerechnet werden. Jedoch trifft der zuständige Androloge die Entscheidung darüber, ob und welche Untersuchung im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung notwendig ist.
Auf alle Fällle ist im Voraus mit dem Arzt zu klären, ob die Behandlung abrechnungsfähig ist.
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