Fruchtbarkeit ist die Fähigkeit zur Fortpflanzung oder Arterhaltung. Beim Menschen unterscheiden sich die Fruchtbarkeit von Mann und Frau in einigen Punkten. Einer davon ist der Alterseinfluss, da die fruchtbaren Jahre einer Frau vom Alter abhängen.
Neben der Zeit gibt es weitere Faktoren, die die Schwangerschaft beeinflussen können, wie z.B. Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus, Veränderungen in der Funktion der Eierstöcke oder Störungen in der Spermienproduktion.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen gibt es viele Faktoren, welche die Fähigkeit zur Fortpflanzung beeinflussen. Zu den wichtigsten Faktoren in Bezug auf die Fruchtbarkeit gehören:
Veränderungen in einem dieser Punkte können zu Unfruchtbarkeitsproblemen bei dem Paar und zu Empfängnisschwierigkeiten führen.
Beim Mann hängt die männliche Fruchtbarkeit direkt von der korrekten Spermienproduktion oder Spermatogenese, der Spermienqualität und der Fähigkeit der Spermien, ausgestoßen zu werden, ab.
Männer werden mit unreifen männlichen Organen geboren, und mit Beginn der Pubertät treten hormonelle Veränderungen auf, dank derer die Spermienproduktion beginnt. Im Inneren der Hoden, in Strukturen, den sogenannten Hodenkanälchen, werden ständig Spermien produziert. Anschließend werden die Spermien durch den Samenleiter transportiert und bei der Ejakulation durch die Harnröhre ausgestoßen.
Jede Veränderung die zu einer Störung dieses Prozesses führt, kann mehr oder weniger stark die Fruchtbarkeit bei Männern beeinflussen.
Es gibt Studien, in denen festgestellt wurde, dass die männliche Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter abnimmt, da sich einige Parameter wie die Spermienkonzentration oder -motilität verschlechtern. Diese Veränderungen in der männlichen Fruchtbarkeit sind jedoch nicht so ausgeprägt wie bei Frauen und Männer können sogar nach dem 50. Lebensjahr noch biologische Väter werden.
Die Fruchtbarkeit einer Frau hängt in erster Linie von der Qualität ihrer Eizellen ab, sowie von ihrer Fähigkeit, zu ovulieren und ein Kind auszutragen.
Eine Frau wird mit allen Eizellen geboren, die sie im Laufe ihres Lebens haben wird. Das heißt, dass die Anzahl der Eier einer Frau begrenzt ist und wird bei der Geburt bestimmt.
Im folgenden erläutern wir die wichtigsten Phasen der weiblichen Fruchtbarkeit:
Das fruchtbarste Stadium einer Frau ist Anfang 20. Ab 30 nimmt ihre Fortpflanzungsfähigkeit schrittweise ab; ab dem 35. Lebensjahr sogar noch stärker. Ab 40 verschlechtert sich die Fruchtbarkeit drastisch, sodass die Chancen auf eine natürliche Empfängnis drastisch sinken.
Man sollte jedoch beachten, dass bei jeder Frau die Entwicklung anders voranschreitet und sich darauf auswirkt, in welchem Alter welche Entwicklung eintreffen wird.
Darüber hinaus gibt es weitere externe Einflüsse im Bezug auf die Lebensgewohnheiten, welche die Fruchtbarkeit einer Frau beeinflussen können.
Obwohl eine Frau während des gesamten Menstruationszyklus fruchtbar ist, schwanken die Chancen auf eine Schwangerschaft während des Zyklus.
Während des Eisprungs (wenn die Eizelle aus den Eierstöcken in die Eileiter ausgestoßen wird) und in den Tagen darum steigt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Die Erklärung dafür ist, dass es in dieser Zeit für die Eizelle und das Spermium leichter ist sich zu treffen, und es deshalb zur Befruchtung kommt.
In einem regelmäßigen Zyklus findet der Eisprung etwa am 14. Zyklustag statt, oder 14 Tage nach Beginn der letzten Regelblutung. Deshalb befindet sich um diesen Tag herum die fruchtbarste Zeit der Frau. In Anbetracht des Datums, an dem der Eisprung eintreffen soll und die Häufigkeit, in welcher Geschlechtsverkehrs in dieser Woche praktiziert wird, erhöhen die Chancen schwanger zu werden. Basierend auf diesen Informationen können Ovulations- und Fruchtbarkeitskalender und/oder -rechner beim schwanger werden helfen.
Trotzdem kann sich der genaue Tag des Eisprungs von einer Frau zur anderen ändern. Auch bei ein und derselben Frau kann es von einer Periode zur nächsten zu Schwankungen kommen, insbesondere wenn sie unregelmäßige Menstruationszyklen oder Ovulationsprobleme hat. Aus diesem Grund sind diese Informationen nicht immer anwendbar und manchmal müssen andere Methoden, wie z.B. Ovulationstests oder Behandlungen zum Auslösen des Eisprungs, verwendet werden.
Das menschliche Fortpflanzungssystem funktioniert nicht isoliert, sondern reagiert ständig auf Reize aus dem Körper und der Umwelt. Verschiedene alltägliche Faktoren können das empfindliche hormonelle Gleichgewicht stören, das für einen optimalen Ablauf von Eisprung und Spermatogenese erforderlich ist.
Es wird immer üblicher, das Umfeld von Patienten zu untersuchen, um zu analysieren, wie tägliche Gewohnheiten und der Stoffwechsel mit den Fortpflanzungszellen interagieren. Dies kann ein großer Schritt bei der Identifizierung möglicher Ursachen für Unfruchtbarkeit sein.
Endokrine Disruptoren sind von außen zugeführte chemische Substanzen, die beim Eindringen in den Körper die natürliche Funktion von Hormonen nachahmen, blockieren oder verändern. Diese Verbindungen sind in einer Vielzahl von Alltagsgegenständen vorhanden und gelangen über die Nahrung, die Atmung oder die Haut in den Körper, wo sie die Qualität der Keimzellen direkt beeinträchtigen.
Sobald sie im Blutkreislauf sind, verwirren diese Moleküle das endokrine System und rufen abnormale zelluläre Reaktionen hervor. Zu den häufigsten toxischen Stoffen, die die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen, gehören:
Darüber hinaus erhöhen soziale Toxine wie Tabakkonsum und übermäßiger Alkoholkonsum das Vorhandensein von Toxinen im Blut. Dies beschleunigt die Follikelatresie (Verlust von Eizellen) bei der Frau und erhöht den Prozentsatz an Spermien mit morphologischen Veränderungen beim Mann.
Die Aufrechterhaltung eines Gewichts außerhalb des gesunden Bereichs, sei es durch Untergewicht oder Fettleibigkeit, greift direkt in das Fortpflanzungssystem beider Geschlechter ein.
Bei Übergewicht oder Adipositas erhöht das überschüssige Körperfett die Umwandlung von Androgenen in Östrogene. Dieser Überschuss an zirkulierenden Östrogenen verwirrt die Hypothalamus-Hypophysen-Achse, was zu erheblichen Komplikationen auf zellulärer Ebene führt:
Andererseits erzeugt eine entzündete metabolische Umgebung freie Radikale, die die Fortpflanzungszellen angreifen. Beim Mann führt ein erhöhter oxidativer Stress zu einer stärkeren Fragmentierung der Spermien-DNA. Dies erschwert die Befruchtung der Eizelle und erhöht die Wahrscheinlichkeit biochemischer Fehlgeburten.
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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt ein Paar als unfruchtbar, wenn sich nach 12 Monaten ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine sich weiterentwickelnde Schwangerschaft einstellt. An diesem Punkt wären ärztliche Untersuchungen angezeigt, um den Grund der Unfruchtbarkeit zu bestimmen.
Ist die Frau über 35, wird sogar nach 6 Monaten ungeschützem Geschlechtsverkehr ohne Schwangerschaft eine Fruchtbarkeitsuntersuchung empfohlen.
Diese Untersuchungen sollten in einer Kinderwunschklink durchgeführt werden, damit eine korrekte Diagnose mit einer individuellen Fruchtbarkeitsuntersuchung gestellt werden kann.
Zuerst muss eine ausführliche Befragung (Anamnese) durchgeführt werden, damit der Arzt weiß, welche Tests notwendig sind um die Ursache der Fruchtbarkeitsprobleme zu identifizieren. Bei der Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit ist der aussagekräftigste Test in der Regel die Spermaanalyse. Dabei wird eine Spermaprobe sowohl mikroskopisch als auch makroskopisch beurteilt.
Bei Frauen sind sowohl die Hormonanalyse als auch die Antralfollikelzählung mittels transvaginalem Ultraschall die häufigsten Untersuchungen im Rahmen der weiblichen Fruchtbarkeitsstudie.
Ein weiterer Test, der häufig angeordnet wird, ist die Karyotypisierung, um Chromosomenanomalien als Ursache der Unfruchtbarkeit auszuschließen.
Je nach Ergebnis werden zusätzliche Tests angefordert oder die beste Behandlung angegeben, damit das Paar seinen Kinderwunsch erfüllen kann.
Obwohl es Studien gibt, die einen Anstieg des Alters des Mannes mit Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung bringen, ist die Wahrheit, dass es keinen klaren Zusammenhang gibt.
Die Produktion von Spermien im Hoden erfolgt kontinuierlich, im Gegensatz zur Bildung von Eiern bei Frauen. Deshalb ist das präventive Einfrieren von Samen bei Männern nicht so sinnvoll wie bei Frauen, bei denen ab 35 Jahren die Anzahl und Qualität der Eizellen abnimmt.
Es sei denn, es gibt eine Pathologie, die die Spermienproduktion beeinflusst, der Mann einer Chemo- oder Strahlentherapie oder Operation unterzogen wird (wie im häufigsten Fall von Vasektomien). Andernfalls ist es nicht notwendig, den Samen für die Zukunft einzufrieren.
Eine gesunde Lebensweise kann die Reproduktionsfähigkeit verbessern. Beispielsweise haben einige Studien versucht, die Rolle von Antioxidantien bei der Bildung neuer Geschlechtszellen zu verknüpfen (Gametogenese).
In Fällen, in denen die Fruchtbarkeit stark beeinträchtigt ist, wird es jedoch schwierig sein, die Fruchtbarkeit zu verbessern, und Behandlungen der assistierten Reproduktion sind die beste Option.
Der vaginale Ausfluss verändert seine Konsistenz während des gesamten Menstruationszyklus. Zum Zeitpunkt des Eisprungs ist der Ausfluss zum Beispiel am stärksten. Dies kann dabei helfen, die fruchtbarsten Tage zu bestimmen.
Wenn es jedoch Veränderungen gibt, die eine Schwangerschaft erschweren, wie z.B. eine niedrige Eizellenreserve oder Veränderungen in den Eileitern, können die Störungen mit dieser Methode nicht erkannt werden, so dass es kein Hinweis auf die Fruchtbarkeit als solche ist.
Es ist auch zu beachten, dass diese Methode nicht als Verhütungsmethode verwendet werden sollte, da sie sehr unsicher ist.
Ja, der Fertilitätserhalthat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Die Chancen auf eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nehmen jedoch mit der Zeit ab, da die ovarielle Reserve mit dem Alter abnimmt, unabhängig davon, ob die Fruchtbarkeit erhalten wurde oder nicht.
Der Vorteil der Fertilitätserhaltung besteht also darin, dass eine Trächtigkeit durch assistierte Reproduktionstechniken angestrebt werden kann, wenn die Fertilität zuvor erhalten wurde, auch wenn die ovarielle Reserve bereits beeinträchtigt ist.
Aus diesem Grund sollte die Fertilitätserhaltung bereits in jungen Jahren erfolgen (vor allem bei Frauen, da sich das Alter schädlicher auf die weibliche Fertilität auswirkt) oder vor einer Behandlung, z. B. einer Krebsbehandlung, bei der eine Schädigung der Fruchtbarkeit zu erwarten ist (sowohl bei Männern als auch bei Frauen).
Ja, Faktoren wie Ernährung, Body-Mass-Index, sitzende Lebensweise, Koffein, Tabak, Alkohol, Drogen und die Exposition gegenüber Toxinen und Strahlung können die männliche und weibliche Fruchtbarkeit beeinflussen.
Wir empfehlen eine abwechslungsreiche mediterrane Ernährung, Gewichtskontrolle, um einen angemessenen Body-Mass-Index zu haben, mäßige Bewegung (nicht übermäßig) und das Vermeiden von schlechten Gewohnheiten wie erhöhtem Koffeinkonsum, Rauchen, Alkohol und anderen Substanzen, um die Fruchtbarkeit nicht zu schädigen, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Ja, die Behandlung mit Chemotherapie kann sogar zu irreversibler Unfruchtbarkeit führen, aufgrund der zytotoxischen Effekte auf die Spermatogenese.
Es wird daher empfohlen, dass der Mann vor Beginn der Behandlung mehrere Spermaproben einfriert. Diese Maßnahme, die als Fertilitätserhaltung bezeichnet wird, ermöglicht es Ihnen, diese Samenproben (vor der Schädigung durch die Chemotherapie) zu verwenden, um in Zukunft eine Schwangerschaft durch assistierte Reproduktionstechniken anstreben zu können.
Wenn Sie mehr über männliche Unfruchtbarkeit wissen möchten, lesen Sie hier weiter: Männliche Sterilität: Ursachen, Symptome und Lösungen.
Weitere Informationen über Fruchtbarkeitstests finden Sie unter den folgenden Links: Fruchtbarkeitsuntersuchungen für Männer: Welche gibt es? und Fruchtbarkeitstests bei Frauen: Welche gibt es?
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