Die Embryobiopsie ist das Verfahren, bei dem eine oder mehrere Zellen aus einem Embryo entnommen werden, um deren DNA zu analysieren und nach genetischen Veränderungen zu suchen.
Diese Technik wird während einer In-vitro-Fertilisationsbehandlung (IVF) durchgeführt, wenn sich die Embryonen am Tag 3 oder 5 der Entwicklung befinden, um eine Präimplantationsdiagnostik (PID) zu ermöglichen. Am gebräuchlichsten ist jedoch die Biopsie von Embryonen im Blastozystenstadium oder am Tag 5 der Entwicklung aufgrund ihrer Vorteile.
Die Ergebnisse der genetischen Analyse nach der Embryobiopsie dauern einige Tage. Daher ist es notwendig, die Blastozysten zu vitrifizieren und den nächsten Zyklus für den Transfer in diferierter Form abzuwarten.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
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Definition der Embryobiopsie
Das Ziel der assistierten Reproduktionstechniken ist es, eine Schwangerschaft und ein gesundes Baby zu Hause zu erreichen. Wenn Embryonen genetisch verändert sind, haben sie größere Schwierigkeiten bei der Einnistung und/oder es kommt zu einem Spontanabort.
Die Biopsie der Embryonen ist eine ergänzende Technik, die nach einer In-vitro-Fertilisationsbehandlung (IVF) durchgeführt wird. Dank dieser Technik und der anschließenden genetischen Analyse ist es möglich, Informationen auf chromosomaler Ebene über die im Labor gewonnenen Embryonen zu erhalten.
Es gibt zwei Zeitpunkte in der Embryokultur, zu denen die Embryobiopsie durchgeführt werden kann: Tag 3 und Tag 5 der Entwicklung.
Vorteile der Biopsie an Tag 5
Die Embryobiopsie am Tag 5 der Entwicklung oder die Biopsie im Blastozystenstadium bietet gegenüber der Biopsie von Embryonen an Tag 3 mehrere Vorteile. Im Folgenden sind einige davon aufgeführt:
- Geringere wirtschaftliche Investition. Nicht alle Embryonen, die den Tag 3 der Entwicklung erreichen, schaffen es bis zur Blastozyste. Daher ist die Anzahl der zu biopsierenden Blastozysten meist geringer als die Anzahl der Embryonen an Tag 3.
- Verringerung fehlerhafter Ergebnisse, da bei Blastozysten ein geringeres Risiko für Mosaizismus besteht.
- Höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Blastozysten genetisch gesund sind.
- Präzision in der Diagnose, da die Anzahl der bei der Blastozystenbiopsie analysierten Zellen im Vergleich zur Embryobiopsie an Tag 3 höher ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Blastozystenbiopsie zahlreiche Vorteile bietet und dazu beiträgt, die Einnistungs- und Schwangerschaftsrate zu erhöhen. Zudem sind die Ergebnisse der Embryobiopsie entscheidend für die Entscheidungsfindung.
Verfahren zur Biopsie von Embryonen
Der Schlüssel zur Biopsie eines Embryos liegt darin, eine Zellprobe zu entnehmen, ohne dessen Entwicklung und Evolution zu beeinträchtigen. Der Prozess der Embryobiopsie ist recht sicher und gefährdet nicht das Überleben des Embryos.
Zudem ist es wichtig, dass qualifiziertes und spezialisiertes Personal die Embryobiopsie durchführt, da sie großes Geschick erfordert.
Der erste Schritt zur Embryobiopsie ist die Beobachtung der Embryonen unter dem Mikroskop. Anschließend wird mittels Laser oder einer Mikronadel ein Loch in die Zona pellucida des Embryos gebohrt. Sobald der Einschnitt in der Zona pellucida des Embryos erfolgt ist, werden mehrere Zellen des Trophoektoderms durch Aspiration entnommen.
Diese dem Embryo entnommenen Zellen werden in ein Röhrchen gegeben und zur genetischen Analyse an das entsprechende Labor geschickt, beispielsweise mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) oder Microarrays. Die biopsierten Blastozysten werden bei -160 °C vitrifiziert, bis die Ergebnisse vorliegen.
Ergebnisse der Embryobiopsie
Sobald das verantwortliche Zentrum die Ergebnisse der Embryobiopsie erhält, wird es den Patienten darüber informieren.
Ein Embryo gilt als genetisch normal oder euploid, wenn sein chromosomaler Inhalt korrekt ist. Diese Embryonen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich einzunisten und zu einer Schwangerschaft zu führen. Der Transfer von euploiden Embryonen bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine Schwangerschaft, da dies auch von anderen Faktoren abhängt.
Embryonen mit Chromosomenanomalien gelten hingegen als aneuploid und werden verworfen. Zudem kann es nicht-informative Embryonen oder Mosaik-Embryonen geben.
Falls kein gesunder oder euploider Embryo gewonnen wird, müsste ein erneuter IVF-Zyklus mit PID wiederholt werden. Eine Alternative wäre der Rückgriff auf eine Gametenspende.
Fragen die Nutzer stellten
Was kostet eine Embryonenbiopsie?
Eine Embryonenbiopsie wird durchgeführt, um eine genetische Untersuchung der Embryonen vorzunehmen. Daher entsprechen die Kosten denen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) mit Präimplantationsdiagnostik (PID), d. h. etwa 8.000 bis 9.000 Euro.
Allerdings kann es je nach Anzahl der zu untersuchenden Embryonen zu Preisunterschieden bei der IVF mit PID kommen.
Empfohlene Lektüre
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Literaturverzeichnis
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