Dr. Med. Katharina Spies, Gynäkologin an der Klinik Vida Fertility Institute in Madrid, erklärt uns, was die Endometriumimmunologie ist und welche immunologischen Tests es gibt:
Die endometriale Immunologie scheint sehr komplex zu sein, und das ist sie auch. Die Einnistung eines Embryos ist im Prinzip ein immunologischer Prozess. Der Embryo kommt mit dem mütterlichen System in Kontakt und das Immunsystem entscheidet dann, ob es ihn aufnimmt und er sich einnisten und entwickeln kann.
Ein bekannter Test ist der sogenannte KIR/HLA-Test. Dabei wird überprüft, ob das mütterliche Immunsystem mit den immunologischen Merkmalen des Embryos kompatibel ist. Der Test wird anhand einer Blutuntersuchung der Patientin, ihres Partners und falls notwendig, der Spenderin oder des Spenders durchgeführt und kann Hinweise auf das Immunisierungspotenzial geben. Falls ein erhöhtes Risiko auf Abstoßung des Embryos besteht, werden immunologische Medikamente in den Behandlungsplan eingebaut.
Es ist jedoch zu beachten, dass die wissenschaftliche Aussagekraft dieser Untersuchungen noch umstritten ist. Aus diesem Grund werden sie in der Regel vor allem bei Patientinnen mit Implantationsversagen oder wiederholten Aborten durchgeführt.
