Die Dual-Stimulation (Dual Stim) ist ein Protokoll, bei dem in einem einzigen Zyklus zwei Stimulationsphasen durchgeführt werden – eine in der Follikelphase und eine weitere nach dem Eisprung, in der Lutealphase. Ziel ist es, in kurzer Zeit mehr Eizellen zu gewinnen, insbesondere bei Frauen mit niedriger ovarieller Reserve oder geringer Reaktion auf Stimulation.
Sind die Risiken höher als bei einer normalen Stimulation?
Im Allgemeinen sind die Risiken einer Dual-Stimulation ähnlich wie bei einer herkömmlichen ovariellen Stimulation:
- Beschwerden wie Blähungen, Brustspannen oder Stimmungsschwankungen.
- Sehr selten: ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS), vor allem bei hoher Reaktion – bei Dual Stim selten, da es meist für Low-Responder angewandt wird.

Wichtiger Punkt:
Der Schlüssel liegt in der Personalisierung. Die Hormonmengen und der Zeitpunkt der Stimulation werden individuell an die Patientin angepasst. Die Dual-Stimulation wird nur dann empfohlen, wenn der Nutzen klar überwiegt – typischerweise bei Frauen mit niedriger Eizellreserve, um in kürzester Zeit mehr Chancen zu schaffen.
Die Dual-Stimulation ist nicht grundsätzlich riskanter, sollte aber nur unter strenger medizinischer Überwachung und bei geeigneten Patientinnen angewendet werden.
