Die ovarielle Reserve bezeichnet die Menge und Qualität der Eizellen, die eine Frau zu einem bestimmten Zeitpunkt hat. Bei der künstlichen Befruchtung (Insemination) werden in der Regel nur ein bis zwei Folikel für den Eisprung angestrebt. Das könnte vermuten lassen, dass eine gute Reserve nicht so wichtig ist – doch das ist nur teilweise richtig.
Warum spielt die ovarielle Reserve dennoch eine Rolle?
- Eine niedrige ovarielle Reserve geht oft mit einer geringeren Eizellqualität einher.
- Bei der Insemination findet die Befruchtung im Körper der Frau statt und wird medizinisch nicht kontrolliert – es gibt keine Garantie, dass die Eizellen tatsächlich reif sind und dann auch befruchtet werden.
- Weniger Eizellen guter Qualität bedeuten weniger Chancen pro Zyklus.
In Fällen mit stark eingeschränkter ovarieller Reserve kann die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Insemination deutlich sinken. In solchen Situationen wird oft eine IVF (In-vitro-Fertilisation) empfohlen, da hier mehr Eizellen entnommen, befruchtet und im Labor ausgewählt werden können

Auch wenn bei einer Insemination nur ein bis zwei Eizellen benötigt werden, ist eine ausreichende ovarielle Reserve wichtig, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu optimieren. Wenn die Reserve niedrig sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch die Qualität der sich entwickelnden Eizellen niedrig ist, und es sollte mit dem Arzt besprochen werden, ob eine andere Behandlung sinnvoller ist.
