Was sind die wichtigsten Vorteile der In-vitro-Fertilisation?

durch MD (gynäkologin), BSc, MSc (embryologin), BSc, MSc (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 04/11/2020

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist heutzutage bei Sterilität die am häufigsten genutzte Methode.

Beide Arten der IVF, die konventionelle IVF und die IVF-ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion), ermöglichen es vielen Frauen, schwanger zu werden, auch wenn sie oder ihr Partner ernsthafte Probleme mit der Fruchtbarkeit haben.

Die IVF bietet große Vorteile gegenüber niedrigkomplexen Behandlungen wie der künstlichen Befruchtung (IUI), kann aber auch einige Nachteile haben.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Vorteile der IVF

Bei der IVF unterzieht sich die Patientin einer Follikelstimulation um eine größere Anzahl von Eizellen zu erhalten, um so sie im Labor mit dem Samen des Partners oder anonymen Spenders zu befruchten.

Anschließend wird die Entwicklung der in der Kultur gewonnenen Embryonen beobachtet und schließlich wird der beste Embryo in die Gebärmutter der Frau übertragen, um eine Schwangerschaft zu erreichen.

Obwohl teuer, bietet dieser Prozess mehrere Vorteile weshalb die IVF die am häufigsten verwendete Kinderwunschbehandlung in allen Kinderwunschkliniken ist.

Derzeit bestehen 25% der Behandlungen in Deutschland aus IVF-Zyklen. Im folgenden Abschnitt erklären wir ihre Vorteile im Vergleich zu anderen Methoden wie der Insemination.

Erfolgsraten

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft mit IVF ist viel höher als mit der IUI.

Dies sind die Erfolgsraten, die laut dem neuesten Bericht der SEF (Spanische Vereinigung für Fruchtbarkeit) für jede festgelegte Altersgruppe ermittelt wurden:

Frauen unter 35
die Schwangerschaftsrate pro IVF-Zyklus beträgt 25%, während die Schwangerschaftsrate pro IUI-Zyklus 13,2% beträgt.
Frauen zwischen 35-39
die Schwangerschaftsrate pro IVF-Zyklus beträgt 21,8%, während die Schwangerschaftsrate pro IUI-Zyklus 12,3% beträgt.
Frauen über 40
die Schwangerschaftsrate pro IVF-Zyklus beträgt 10,3%, während die Schwangerschaftsrate pro IUI-Zyklus 8,9% beträgt.

Wie daraus entnommen werden kann, nimmt die Eizellenqualität bei Frauen im fortgeschrittenen Alter und demnach auch der Erfolg einer IVF-Behandlung allmählich ab. Daher sind zusätzliche Techniken wie die Präimplantationsdiagnostik (PID) oder Eizellspende notwendig, um eine Schwangerschaft zu erreichen.

Anforderungen

Für die IVF werden die Eizellen direkt aus dem Eierstock mittels einer Follikelpunktion gewonnen. So können Patienten mit verstopften Eileitern diese Behandlung ohne Beeinträchtigung der Erfolgsrate durchführen.

Das Gleiche gilt für sterilisierte Frauen, deren Eileiter nicht durchlässig sind. Die einzig mögliche Behandlung dieser Patientinnen, die ihre Sterilisierung bereuen, ist die IVF.

Außerdem erfordert die IVF keine regelmäßigen Menstruationszyklen oder spontanen Eisprung, da dies alles mit Hormonmedikamente gesteuert wird.

Embryonenqualität

Einer der wichtigsten Vorteile der IVF ist, die Entwicklung der Embryonen von der Befruchtung bis zum Transfer täglich zu beobachten.

Dies ermöglicht es, bestimmte qualitätsbezogene Parameter ihrer Morphologie zu bewerten, wie beispielsweise die folgenden:

  • Anzahl der Zellen
  • Fragmentierungsgrad
  • Symmetrie
  • Anzahl der Kerne
  • Sonstiges: Vakuolen, Zona pellucida, Zytoplasma, etc.

Dabei wird jedem der Embryonen ein Qualitätsgrad zugeordnet, um denjenigen auszuwählen, der die beste Chance auf eine Implantation hat.

Vitrifikation

Die Vitrifikation ist eine Gefriertechnik bei Eizellen und Embryonen, die eine sehr hohe Überlebensrate gewährleistet und die die IVF-Zyklen stark optimiert hat.

Nach der Follikelstimulation und der Befruchtung im Labor werden mehrere Embryonen gewonnen, die bei entsprechender Qualität für den Transfer in die Gebärmutter geeignet sein können. Das Embryonenschutzgesetz erlaubt jedoch nur den Transfer von maximal 3 Embryonen. In einem IVF-Zyklus werden nur soviel Embryonen gezeugt, wie in die Gebärmutter der Patienten übertragen werden sollen. Damit soll ein Überschuss an Embryonen verhindert werden, da nach dem Embryonenschutzgesetz das Einfrieren von Embryonen nur in besonderen Ausnahmefällen erlaubt ist.

Im Gegensatz dazu ist es aber erlaubt, unbefruchtete Eizellen oder Eizellen im Vorkernstadium einzufrieren. Damit können sie für künftige Embryotransfers aufgehoben werden und die Patienten spart sich eine erneute Stimulationsbehandlung und muss nur ihre Gebärmutterschleimhaut auf den Transfer vorbereiten.

Darüberhinaus kann mit dem Einfrieren von Eizellen die Fruchtbarkeit von Frauen erhalten werden, sollten sie sich für eine später Mutterschaft entscheiden. Auf diese Weise wird eine gute Eizellenqualität und Schwangerschaftsrate garantiert, sobald die Patientin einen IVF-Zyklus beginnt.

Wenn Sie mehr über diese Methode erfahren möchten, empfehlen wir diesen Post: Kryokonservierung und Vitrifizierung von Keimzellen und Embryonen.

PID

Paare, die eine PID an ihren Embryonen durchführen müssen, sowohl wegen des Risikos, eine genetische Krankheit auf ihre Nachkommen zu übertragen, als auch wegen möglicher Chromosomenveränderungen, die zu Fehlgeburten führen könnten, müssen sich zwangsläufig einer IVF-Behandlung unterziehen.

Tatsächlich ist die zur Durchführung der PID verwendete Technik IVF-ICSI, die mehr zusätzliche Vorteile als die konventionelle IVF hat.

Die PID ermöglicht die Identifizierung von Embryonen mit einer Mutation in ihrer DNA, die verworfen werden, und gewährleistet den Transfer genetisch gesunder Embryonen in die Gebärmutter der zukünftigen Mutter.

Alle Details zu dieser Behandlung erfahren Sie im folgenden Artikel: Was ist die Präimplantationsdiagnostik?

Schwerer männlicher Faktor

Für eine natürliche Schwangerschaft ist es notwendig, dass der Mann eine optimale Samenqualität mit einer hohen Konzentration an mobilen Spermien und einer guten Morphologie aufweist.

Wenn diese Parameter stark beeinträchtigt sind, was zu schweren Problemen bei der männlichen Unfruchtbarkeit führt, ist die einzig mögliche Technik zur Sicherstellung der Schwangerschaft die IVF-ICSI.

Zum Beispiel konnten Männern dank der IVF bei folgenden Fruchtbarkeitsproblemen Väter werden:

Männer, denen Spermien im Ejakulat fehlen, sei es aufgrund von Vasektomie oder anderen Sterilitätsproblemen, müssen die Spermienprobe durch eine Nebenhodenbiopsie oder Hodenbiopsie entnehmen. Da diese Spermien von sehr schlechter Qualität sind, muss die Befruchtung unbedingt durch Spermienmikroinjektion erfolgen.

Auf der anderen Seite ist es für Männer, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen wollen, wichtig, dass sie zunächst eine Samenprobe aufbewahren falls sie später einen Kinderwunsch haben.

Diese tiefgefrorenen Spermaproben können sowohl für die IUI als auch für die IVF verwendet werden. Da sie jedoch als wertvolle Spermaproben betrachtet werden, wird die IVF häufiger durchgeführt, da sie größere Erfolgsraten bietet.

Fragen die Nutzer stellten

Hat es irgendwelche Vorteile die IVF mit einer PID zu kombinieren, auch wenn keine Indikation vorliegt?

durch Dra. Elena Santiago Romero MD (gynäkologin).

Sie ist immer ein weiteres Werkzeug, das uns noch mehr Informationen liefert. Bei der PID handelt es sich um eine Technik, die es uns ermöglicht, chromosomal normale Embryonen auszuwählen, und somit die Schwangerschaftsrate für jeden übertragenen Embryo erhöht und das Risiko einer Fehlgeburt reduziert.

Welche Vorteile hat die IUI gegenüber der IVF?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Die künstliche Befruchtung ist in der Regel die erste Behandlung, wenn Patienten in eine Kinderwunschklinik gehen, da sie einfach, schnell und schmerzlos ist. Darüber hinaus ist der Stimulationsprozess der Follikel im Vergleich zur IVF wesentlich sanfter, was mögliche Nebenwirkungen und Behandlungskosten reduziert.

Höhere Dosen von hormonellen Medikamenten sowie chirurgische Eingriffe unter Narkose zur Gewinnung der Eier sind die Hauptnachteile der IVF. Der Endpreis der Behandlung ist auch viel teurer für das gesamte benötigte Material, Personal und die Technik.

Ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, mit der IVF Zwillinge zu bekommen?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Einer der allgemeinen Nachteile der assistierten Reproduktion ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft, die hauptsächlich auf den Prozess der Stimulation der Eierstöcke und die Praxis des Transfers von mehr als einem Embryo nach der IVF zurückzuführen ist.

Aus diesem Grund wird heute zunehmend der Transfer eines einzelnen Embryos gefördert, um die Mehrlingsrate und die damit verbundenen Risiken zu reduzieren. In den letzten 10 Jahren konnte die Doppelgeburtenrate nach der Behandlung der assistierten Reproduktion bereits um 8% gesenkt werden.

Gibt es irgendwelche Vor- oder Nachteile in der ICSI gegenüber der normalen IVF?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Die herkömmlichen IVF- und ICSI-Prozesse sind in Bezug auf Behandlung, Medikation und Prozess identisch, die die Patientin befolgen muss. In diesem Sinne gibt es keine Vor- oder Nachteile für die eine oder andere Methode.

Der einzige Unterschied besteht im Labor in der Art und Weise, wie sich Eizelle und Sperma verbinden (Befruchtung). Die konventionelle IVF ist weniger invasiv als die ICSI, da die Spermien selbst mit eigenen Mitteln in die Eizelle gelangen müssen. Dies bringt uns dem biologischen Prozess näher, indem es die natürliche Selektion der Spermien mit dem größten Fortpflanzungspotential ermöglicht und damit mit der größten Wahrscheinlichkeit, einen lebensfähigen Embryo hervorzubringen, der sich zu einem gesunden Kind entwickeln kann.

Bei der ICSI wird ihrerseits ein Spermatozoid durch Mikroinjektion erzwungenerweise in die Eizelle eingebracht. Dadurch ist die Befruchtungsrate höher als bei der konventionellen IVF.

Mehr darüber erfahren Sie hier: Was ist besser? IVF oder ICSI?

Die Kosten einer IUI sind ein wichtiger Aspekt für mich, habe jedoch eine undurchgängige Eileiter. Sollte ich deswegen besser eine IVF machen lassen?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Während es wahr ist, dass die Kosten der künstlichen Befruchtung ein klarer Vorteil gegenüber der IVF sind, sollte der Erfolgswahrscheinlichkeit Vorrang gegeben werden. Mit nur einem durchlässigen Eileiter reduziert sich die Möglichkeit einer Schwangerschaft mit künstlicher Befruchtung, so dass es notwendig wäre zu beurteilen, ob es ratsam ist, eine IUI oder IVF durchzuführen.

Es ist ratsam, bei der Wahl der anzuwendenden Technik alle Vor- und Nachteile zu berücksichtigen.

Welche Vorteile einer In-vitro-Fertilisation gibt es für den Menschen?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Die In-vitro-Fertilisation ermöglicht eine Schwangerschaft bei vielen Frauen und Paaren, die ein Kind haben wollen und es nicht auf natürliche Weise schaffen. Sieist die wichtigste reproduktionsmedizinische Technik zur Lösung schwerer Fruchtbarkeitsprobleme bei Männern und Frauen und wird derzeit bei 42% der unfruchtbaren Patienten eingesetzt.

Hat die IVF irgendwelche Nachteile?

durch Marta Barranquero Gómez BSc, MSc (embryologin).

Natürlich. Obwohl die IVF große Vorteile gegenüber anderen Fruchtbarkeitsbehandlungen wie der Insemination hat, hat sie auch einige Nachteile.

Erstens beträgt die Wirksamkeit der IVF-Behandlung nicht 100%, da auch Aspekte wie das Alter der Frau, die Qualität der Geschlechtszellen usw. berücksichtigt werden müssen.

Andererseits kann die IVF zu einer Mehrlingsschwangerschaft führen, was Risiken für die Frau und den Fötus birgt.

Darüber hinaus muss bei der IVF die Patientin Hormonpräparate einehmen, um die Entwicklung mehrerer Ovarialfollikel zu fördern. Diese Medikamente könnten zur Entwicklung eines ovariellen Überstimulationssyndroms führen. Daher treten bei einigen Frauen während der IVF-Behandlung Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen usw. auf.

Für Sie empfohlen

In der Regel werden die Behandlungen der künstlichen Befruchtung und der In-vitro-Fertilisation verglichen, um herauszufinden, welche für jeden Patienten die beste ist. Wenn Sie mehr über die Unterschiede zwischen den beiden Verfahren lesen möchten, können Sie hier klicken: Unterschiede zwischen IUI und IVF.

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Literaturverzeichnis

Alberto Revelli, Simona Casano, Francesca Salvagno, Luisa Delle Piane. Milder is better? Advantages and disadvantages of "mild" ovarian stimulation for human in vitro fertilization. Reprod Biol Endocrinol
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Michael M Alper, Bart C Fauser. Ovarian stimulation protocols for IVF: is more better than less? Reprod Biomed Online. 2017 Apr;34(4):345-353. doi: 10.1016/j.rbmo.2017.01.010. Epub 2017 Jan 24.

Fragen die Nutzer stellten: 'Hat es irgendwelche Vorteile die IVF mit einer PID zu kombinieren, auch wenn keine Indikation vorliegt?', 'Welche Vorteile hat die IUI gegenüber der IVF?', 'Ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, mit der IVF Zwillinge zu bekommen?', 'Gibt es irgendwelche Vor- oder Nachteile in der ICSI gegenüber der normalen IVF?', 'Die Kosten einer IUI sind ein wichtiger Aspekt für mich, habe jedoch eine undurchgängige Eileiter. Sollte ich deswegen besser eine IVF machen lassen?', 'Welche Vorteile einer In-vitro-Fertilisation gibt es für den Menschen?' Und 'Hat die IVF irgendwelche Nachteile?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dra. Elena Santiago Romero
Dra. Elena Santiago Romero
MD
Gynäkologin
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universidad Autónoma de Madrid. Master-Abschluss in Human Reproduction der Universidad Rey Juan Carlos und IVI. Jahrelange Erfahrung als Fachärztin für Gynäkologie in der assistierten Reproduktion. Mehr über Dra. Elena Santiago Romero
Zulassungsnummer: 282864218
 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
BSc, MSc
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizin an der Universität Valencia (UV) und spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und in klinischer Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
Zulassungsnummer: 3316-CV
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
BSc, MSc
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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