Salpingitis: Ursachen, Symptome und Behandlung der Eileiterentzündung

durch (gynäkologin), (embryologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 09/02/2026

Die Salpingitis ist eine Art der entzündlichen Beckenerkrankung (PID), die in der Entzündung der Eileiter besteht.

Diese Entzündung der Eileiter ist eine der Ursachen für Sterilität tubaren Ursprungs und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft, d. h. der Einnistung des Embryos außerhalb der Gebärmutter.

Die Symptome einer Salpingitis können vielfältig sein, aber die meisten symptomatischen Patientinnen berichten über Schmerzen im Beckenbereich. Die Behandlung der Salpingitis basiert auf der Verabreichung von Antibiotika.

Entzündliche Beckenerkrankung (PID)

Als entzündliche Beckenerkrankung (PID) bezeichnet man die Entzündung und Infektion des oberen Genitaltrakts. Eine PID kann folgende Bereiche betreffen:

  • Endometrium (Endometritis).
  • Myometrium (Myometritis).
  • Eileiter (Salpingitis).
  • Eierstöcke (Oophoritis).
  • Parametrium (Parametritis).
  • Beckenbauchfell (Pelviperitonitis).

Jede PID wird durch Bakterien aus der Vagina oder dem Gebärmutterhals verursacht, die zu einer dieser Strukturen aufsteigen und eine Infektion auslösen. Die häufigsten Erreger sind Chlamydien (Chlamydia trachomatis) und Gonorrhoe (Neisseria gonorrhoeae), welche sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) sind. Zudem erhöht eine Infektion mit einem dieser Erreger die Übertragbarkeit von HIV und anderen STDs.

Wenn Sie weitere Informationen über PID erhalten möchten, empfehlen wir Ihnen, den folgenden Artikel zu besuchen: Beckenentzündungen (PID): Ursachen, Arten und Behandlungsmöglichkeiten.

Arten der Salpingitis

Man kann zwei Hauptarten der Salpingitis unterscheiden:

Akute Salpingitis
weist die schlimmsten Symptome auf (Fieber, akute Schmerzen im Unterleib, etc.).
Chronische Salpingitis
kann unbemerkt bleiben (asymptomatisch) und manifestiert sich meistens nach der Menstruation.

Je nachdem, ob ein Eileiter oder beide betroffen sind, unterscheidet man zwischen einseitiger bzw. beidseitiger Salpingitis. In etwa 60 % der Fälle handelt es sich um eine beidseitige Salpingitis, d. h. beide Eileiter sind verändert.

Was sind die Ursachen der Salpingitis?

Im Allgemeinen betrifft die Salpingitis Frauen im gebärfähigen Alter, und ihre Inzidenz liegt bei 10-15 % der sexuell aktiven Frauen. Dies liegt daran, dass eine der häufigsten Ursachen für die Eileiterentzündung Genitalinfektionen sind, insbesondere solche, die sexuell übertragen werden.

Etwa 40 % der sexuell übertragbaren Infektionen enden in einer Salpingitis.

In den meisten Fällen wird die Salpingitis durch eine Art von Chlamydien, Chlamydia trachomatis, verursacht. Die Infektion beginnt meist in der Vagina und steigt anschließend in den oberen Genitaltrakt auf.

Andere mögliche Krankheitserreger, die sexuell übertragen werden und diese Art von Entzündung verursachen, sind Gonokokken (Gonokokken-Salpingitis) und seltener einige Arten von Mykoplasmen.

30-40 % der Salpingitis-Fälle haben eine polymikrobielle Ursache, und unter den verursachenden Mikroorganismen finden sich auch einige der Vaginalflora.

Bakterien können den oberen Genitaltrakt auch durch medizinische Eingriffe erreichen, wie das Einsetzen eines Intrauterinpessars (Spirale/DIU) oder jeden invasiven Test, der Mikroorganismen der Vaginalflora verschleppen kann. Einige Beispiele für diese Techniken sind die Geburt, Abtreibungen, Endometriumbiopsie, Hysterosalpingographie und Hysteroskopie.

Sie kann auch auf hämatogenem Weg übertragen werden, wie im Fall der Tuberkulose. Wenn die Infektion durch Mycobacterium tuberculosis verursacht wird, spricht man von tuberkulöser Salpingitis.

Risikofaktoren

Es gibt einige Situationen oder Faktoren, die das Risiko, an Salpingitis zu erkranken, erhöhen können. Die häufigsten sind:

  • Partner mit einer Genitalinfektion, insbesondere mit Gonorrhoe oder Chlamydien.
  • Frühere Beckenchirurgie.
  • Verwendung einer Spirale (DIU).
  • Vorgeschichte einer entzündlichen Beckenerkrankung.
  • Vorgeschichte einer sexuell übertragbaren Krankheit.
  • Mehrere Sexualpartner.
  • Sexuelle Aktivität vor dem 20. Lebensjahr.

Das Vorhandensein eines dieser Faktoren bedeutet jedoch nicht, dass die Entwicklung einer Salpingitis zu 100 % wahrscheinlich ist, es erhöht lediglich das Risiko, diese Eileiterveränderung zu erleiden.

Welche Symptome verursacht Salpingitis?

Die Salpingitis manifestiert sich zeitlich variabel und kann 2 Tage bis 3 Wochen oder sogar Monate nach dem Kontakt mit dem Krankheitserreger auftreten.

Die Tatsache, dass es Patientinnen mit der Infektion gibt, die keine Symptome zeigen, erleichtert die Ansteckung und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen.

Die Symptome der Salpingitis können je nach wirkendem Mikroorganismus variieren, aber das charakteristischste Symptom sind Schmerzen im Beckenbereich.

Weitere Symptome, die auftreten können, sind:

  • Abnormaler vaginaler Ausfluss, der dickflüssig ist
  • Schmerzen während des Eisprungs
  • Wenig angenehmer, unbequemer oder sogar schmerzhafter Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unregelmäßige Monatsblutungen
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), wenn eine Urethritis (Harnröhrenentzündung) begleitend auftritt
  • Vaginitis
  • Krämpfe im Beckenbereich

In jedem Fall treten die Symptome der Salpingitis gewöhnlich nach der Menstruation auf, können sich aber auch davor, nach der Geburt oder bei Fehlgeburten manifestieren.

Komplikationen der Salpingitis

Einige der Komplikationen, die bei Frauen mit Salpingitis auftreten können, sind folgende:

  • Chronische Beckenschmerzen.
  • Sterilität tubaren Ursprungs.
  • Eileiterschwangerschaft.
  • Wiederkehrende entzündliche Beckenerkrankung.
  • Eitriger Beckenabszess.
  • Blutvergiftung (Sepsis) oder generalisierte Infektion.
  • Beteiligung von Leber und Blinddarm.

Diese Komplikationen treten jedoch nicht immer auf, aber es ist wichtig, bei jedem auftretenden Symptom einen Spezialisten zu konsultieren, um zu wissen, wie vorzugehen ist.

Diagnose und Behandlung

Für die Diagnose der Salpingitis werden die Symptome und die sexuelle Vorgeschichte der Patientin berücksichtigt und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Mittels Ultraschall (Sonographie) können nur die schwersten Fälle von Salpingitis erkannt werden, obwohl ausgeschlossen werden kann, dass keine andere Pathologie vorliegt.

Es kann auch eine mikrobiologische Analyse des Vaginalsekrets durchgeführt werden, um festzustellen, ob eine Infektion durch einen Erreger vorliegt, und um diesen zu identifizieren.

Wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird, geht die Entzündung im Allgemeinen mit Medikamenten zurück. Eine späte Diagnose kann jedoch schwerwiegendere Komplikationen bedeuten, die eine invasivere Behandlung erfordern, und es ist wahrscheinlicher, dass Folgeschäden bleiben.

Da es sich um eine Entzündung handelt, die normalerweise durch einen bakteriellen Erreger verursacht wird, ist die medikamentöse Behandlung die Methode der Wahl, die aus Medikamenten auf Basis von Antibiotika und Entzündungshemmern gegen die Schmerzen besteht.

Das verwendete Antibiotikum hängt davon ab, welcher Mikroorganismus die Infektion verursacht. Einige der verwendeten Wirkstoffe sind Doxycyclin, Azithromycin, Erythromycin oder Levofloxacin.

Der Partner der Patientin muss ebenfalls mit Antibiotika behandelt werden, und es ist ratsam, Geschlechtsverkehr bis eine Woche nach Ende der Behandlung zu vermeiden.

In schwereren Fällen, wenn die ambulante Behandlung nicht wirksam ist, kann ein Krankenhausaufenthalt der Patientin erforderlich sein.

Wenn sich die Infektion der Eileiter kompliziert, geht man zur chirurgischen Behandlung über. Wenn sich ein Beckenabszess mit Eiteransammlung bildet, kann eine Drainageoperation erforderlich sein. In den schwersten Fällen kann auch eine Salpingektomie (Entfernung der Eileiter) notwendig sein.

Salpingitis, Sterilität und Unfruchtbarkeit

Die Tatsache, dass ein großer Prozentsatz der Patientinnen eine Chlamydieninfektion mit einem subklinischen Bild (ohne Symptome) aufweist, führt dazu, dass diese nicht behandelt wird und sich in den oberen Genitaltrakt ausbreitet. Diese subklinischen Fälle sind der Ursprung der meisten Fälle von Sterilität (Schwierigkeiten bei der Empfängnis) durch den tubaren Faktor.

Die Entzündung der Strukturen der Eileiter führt dazu, dass deren Durchlässigkeit verändert ist. Dies verursacht ein mechanisches Hindernis auf dem Weg der Eizelle zur Gebärmutter, was das Zusammentreffen mit dem Spermium erschwert. Somit verhindert es, dass eine Befruchtung stattfindet.

Darüber hinaus liegt bei 50 % der Eileiterschwangerschaften diese klinische Vorgeschichte vor. Es wurde auch beobachtet, dass etwa 20 % der Patientinnen, die eine Fehlgeburt erleiden, mit Chlamydien infiziert sind. Daher ist es auch eine Ursache für Infertilität (Schwierigkeit, eine Schwangerschaft auszutragen).

Wenn die Eileiter nach der Behandlung weiterhin verändert sind und ein Kinderwunsch besteht, ist die Indikation eine In-vitro-Fertilisation (IVF), da mit einer künstlichen Insemination aufgrund dieser Veränderung keine Schwangerschaft erreicht würde. Daher wäre es notwendig, eine Klinik für assistierte Reproduktion aufzusuchen.

Falls eine Schwangerschaft erreicht wird, ohne die Chlamydieninfektion behandelt zu haben, kann dies zu Frühgeburten und Infektionen beim Neugeborenen führen, die Konjunktivitis und Lungenentzündung verursachen können.

Fragen die Nutzer stellten

Kann Salpingitis sehr schwer werden?

Nur eine Minderheit der Salpingitisfälle entwickelt Peritonitis oder Beckenabszesse, die sich mit intensiveren Schmerzen und allgemeinen Symptomen wie Fieber bemerkbar machen. Wenn es diesen Grad erreicht, ist manchmal eine Operation notwendig, um die Krankheit zu heilen, indem die Eileiter und sogar die Eierstöcke entfernt werden müssen.

In den schwerwiegendsten Fällen kann der Prozess auf andere Bauchorgane wie die Leber ausgedehnt werden oder sogar ins Blut gelangen (Sepsis), was ein Risiko für das Leben der Frau darstellt.
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Gibt es irgendein Hausmittel gegen Salpingitis?

Bei der Behandlung von Salpingitis werden absolute Ruhe und eine schonende Ernährung empfohlen, es ist aber auch zwingend erforderlich, eine Antibiotikabehandlung durchzuführen, da die Komplikationen bei dieser Krankheit sehr ernst werden können.

Schützen Verhütungsmittel gegen Salpingitis?

Nur Barriereverhütungsmittel wie Kondome können vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen, die die Hauptursache für Salpingitis sind.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass orale Verhütungsmittel die Häufigkeit von Salpingitis verringern: Durch sie wird der Zervixschleim dicker, was den Eintritt von Mikroorganismen erschwert.

Andererseits ist die Spirale, wie bereits im Artikel erwähnt, ein Risikofaktor für diese Erkrankung.

Ich bin noch Jungfrau- kann ich trotzdem Salpingitis bekommen?

Es kommt sehr selten vor, dass man Salpingitis bekommt, ohne Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Einige medizinische Verfahren, wie die Hysteroskopie, können diese Erkrankung durchaus verursachen.

Was ist Salpingitis isthmica nodosa?

Die nosode Isthmus-Salpingitis, auch nosode Isthmus-Perisalpingitis genannt, ist eine Erkrankung, die durch eine knotige Verdickung des Isthmus-Abschnitts der Eileiter gekennzeichnet ist. Diese Verdickung kann jedoch auch den gesamten Eileiter betreffen.

Es handelt sich um eine fortschreitende und irreversible Erkrankung, die zu Unfruchtbarkeit sowie zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft oder einer extrauterinen Schwangerschaft führen kann.

Die Ursache der Salpingitis istmica nosoda ist unbekannt, es wird jedoch angenommen, dass diese Erkrankung entzündlichen Ursprungs ist.

Für Sie empfohlen

Wir haben über Geschlechtskrankheiten als die häufigste Ursache für Salpingitis gesprochen. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, welche Arten von sexuellen Infektionen es gibt, können Sie hier weiterlesen: Sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) bei Männern und Frauen.

Außerdem können Sie im folgenden Artikel mehr über andere Veränderungen in den Eileitern erfahren, die Sterilität verursachen: Weibliche Infertilität durch Erkrankungen der Eileiter.

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Literaturverzeichnis

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Mårdh PA, Svensson L. Chlamydial salpingitis. Scand J Infect Dis Suppl. 1982;32:64-72.

Sweet RL. Chlamydial salpingitis and infertility. Fertil Steril. 1982 Nov;38(5):530-3 (Sehen)

Fragen die Nutzer stellten: 'Kann Salpingitis sehr schwer werden?', 'Gibt es irgendein Hausmittel gegen Salpingitis?', 'Schützen Verhütungsmittel gegen Salpingitis?', 'Ich bin noch Jungfrau- kann ich trotzdem Salpingitis bekommen?' Und 'Was ist Salpingitis isthmica nodosa?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dr. Med. Blanca Paraíso
Dr. Med. Blanca Paraíso
Gynäkologin
Medizinstudium und Promotion an der Universität Complutense Madrid (UCM). Diplom in Statistik in den Gesundheitswissenschaften. Facharzt für Gynäkologie und Assistierte Reproduktion. Mehr über Dr. Med. Blanca Paraíso
Zulassungsnummer: 454505579

 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizin an der Universität Valencia (UV) und spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und in klinischer Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
Zulassungsnummer: 3316-CV

 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus

Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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