Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Infertilität?

durch MD, PhD (gynäkologe), BSc, MSc (embryologin), BSc, MSc (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 27/01/2021

Unter Sterilität versteht man die Unfähigkeit, nach mehr als 12 Monaten ungeschützten Geschlechtsverkehrs schwanger zu werden. Bei Infertilität kommt dagegen keine Terminschwangerschaft zustande.

Beide Begriffe, Sterilität und Infertilität, werden jedoch von den meisten Fachärzten synonym verwendet.

Daneben gibt es noch eine weitere Kategorie zur Unterscheidung:

Primäre Sterilität oder Infertilität
Die Frau wurde noch nie schwanger oder die Schwangerschaft hat nicht in eine Geburt geendet sondern wurde vorzeitig abgebrochen.
Sekundäre Sterilität oder Infertilität
das Paar hat bereits ein Kind, aber Probleme erneut schwanger zu werden oder ein zweites Kind zu bekommen.

Primäre Sterilität

Wie bereits erwähnt wurde, liegt bei einem Paar primäre Sterilität vor, wenn noch keine gemeinsamen Kinder vorhanden sind.

Um eine primäre Sterilität diagnostizieren zu können, muss das Paar mindestens ein Jahr ungeschützten Geschlechtsvekehr mit ausbleibender Empfängnis ausgeübt haben. Daraufhin ist zur Untersuchung der Fruchtbarkeit ein Termin in einer Kinderwunschklink notwendig.

Als erstes wird beim Mann ein Spermiogramm und bei der Frau ein Ultraschall mit Hormonanalyse angefordert. Wenn die Ursache für die Unfruchtbarkeit nicht gefunden wird, werden weitere diagnostische Tests durchgeführt.

Die Fortpflanzungsfähigkeit eines Paares sollte als die Summe des Fortpflanzungspotenzials des Mannes plus des Fortpflanzungspotenzials der Frau verstanden werden.

Es kann sein, dass eine Person mit einem Partner Schwierigkeiten hat und mit einem anderen nicht, auch wenn es auf beiden Seiten kein eindeutiges Fruchtbarkeitsproblem gibt. Die Kombination der beiden Fortpflanzungspotenziale reicht einfach nicht aus, um eine evolutionäre Schwangerschaft zu erreichen.

Ursachen

Die Ursachen der primären Infertilität können sehr vielfältig sein- egal ob es sich um männliche, weibliche oder eine Kombination davon handelt. Darunter zählen die folgenden:

Hormonelle Störungen
Hypogonadismus, Schilddrüsenunterfunktion, etc.
Schlechte Spermienqualität
Oligospermie, Asthenospermie, Teratospermie, etc.
Erkrankungen der Eierstöcke
Anovulation, polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS), frühe Menopause, etc.
Eileiterfaktor
Salpingitis, Endometriose, Hydrosalpinx, etc.
Gebärmutterfaktor
Gebärmutterfehlbildungen, Myomatose, Probleme in der Gebärmutterschleimhaut, etc.
Genetische Ursachen
Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom, etc.
Sonstiges
Sexuell übertragbare Krankheiten, immunologische Unfruchtbarkeit, usw.

Gelegentlich kann es zu einer vorübergehenden Sterilität des Paares kommen, die im Laufe der Zeit oder durch eine Operation rückgängig gemacht werden kann, wenn eine anatomische Anomalie diagnostiziert wird. Letzteres wären Fälle von Varikozele, Gebärmutterpolypen, Uterus septus...

Sekundäre Sterilität

Von sekundärer Sterilität spricht man, wenn das Paar zuvor Kinder bekommen konnte, aber dennoch kein neues Baby zeugen kann.

Als sekundäre Sterilität bezeichnet man ebenso die Tatsache wenn einer der beiden - entweder Mann oder Frau- bereits mit einem früherem Partner ein gemeinsames Kind hat. Einige Spezialisten verwenden jedoch in solchen Situationen eher den Begriff tertiäre Sterilität.

In der Gesellschaft wird die sekundäre Sterilität nicht als so ernstes Problem angesehen wie die primäre Sterilität, da das Paar es geschafft hat, mindestens ein oder sogar zwei Kinder zu bekommen. Betroffene, die noch nie Schwierigkeiten hatten Eltern zu werden, und plötzlich Probleme haben, ihre Familie zu vergrößern, empfinden diese Situation als sehr belastend.

Diese Patienten fühlen sich oft von Familienmitgliedern und Ärzten missverstanden, da das Problem als weniger ernsthaft angesehen wird. Tatsächlich werden Kinderwunschbehandlungen nicht von der Krankenkasse übernommen, wenn das Paar bereits ein Kind hat. Aus diesem Grund müssen sie die Kosten bei neuem Kinderwunsch selbst bezahlen.

Ursachen

Im Allgemeinen sind die Ursachen der sekundären Unfruchtbarkeit ähnlich wie die der primären Unfruchtbarkeit, die wir bereits aufgeführt haben.

Es ist jedoch zu beachten, dass sekundäre Unfruchtbarkeit häufig vorkommt da immer mehr Patientinnen ihre Mutterschaft nach hinten verschieben.

Fortgeschrittenes Alter der Mutter und eine Abnahme der ovariellen Reserve sind die Hauptgründe für sekundäre Sterilität.

Etwa ab dem 35. Lebensjahr beginnt die Fruchtbarkeit der Frau dramatisch zu sinken. Daher kann es schwierig sein, schwanger zu werden, auch wenn das Paar vor ein paar Jahren noch problemlos schwanger wurde.

Auch Erkrankungen, die mit der ersten Schwangerschaft oder versteckten Gesundheitsproblemen zusammenhängen, können zum Zeitpunkt der ersten Empfängnis auftreten, z. B. Diabetes, Hyperprolaktinämie, Endometriose usw.

Fragen die Nutzer stellten

Was ist primäre Sterilität?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Primäre Sterilität ist die Unfähigkeit eines Paares, eine Schwangerschaft zu erreichen, entweder weil die männlichen Spermien sich nicht mit der weiblichen Eizelle vereinigen können oder weil, selbst wenn es zu einer Befruchtung kommt, der Embryo nicht in der Lage ist, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten, um eine Schwangerschaft einzuleiten.

Was ist primäre Infertilität?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Primäre Infertilität bezieht sich auf die Unfähigkeit eines Paares, eine Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Babys zu Ende zu führen. Mit anderen Worten: Die Frau ist in der Lage, von ihrem Partner schwanger zu werden, kann die Schwangerschaft aber nicht aufrechterhalten und endet mit einer Fehlgeburt.

Ein sehr häufiges Problem der primären Unfruchtbarkeit sind wiederholte Fehlgeburten. Mehr dazu können Sie im folgenden Artikel lesen: Wiederholte Fehlgeburten.

Was ist sekundäre Sterilität?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Als sekundäre Sterilität wird die Unfähigkeit eines Paares bezeichnet, schwanger zu werden, nachdem bereits eine vorherige Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Babys stattgefunden hat.

Die Ursachen für diese Art der Unfruchtbarkeit sind in der Regel das Alter bei Frauen und die Verschlechterung der Samenqualität bei Männern.

Aus diesem Grund ist es für viele Paare mit sekundärer Sterilität notwendig, auf eine Eizellspende zurückzugreifen, um wieder Eltern zu werden.

Was ist sekundäre Infertilität?

durch Zaira Salvador BSc, MSc (embryologin).

Sekundäre Infertilität tritt auf, wenn das Paar nach einer normalen Schwangerschaft und Geburt Probleme hat, bei erneutem Kinderwunsch eine neue evolutionäre Schwangerschaft zu erreichen.

Die Frau schafft es, schwanger zu werden, aber die Schwangerschaft endet aus verschiedenen Gründen, wie z. B. geburtshilflichen Problemen im Zusammenhang mit dem Alter, in einer Fehlgeburt.

Liegen bei einer primären und sekundären Sterilität dieselben Ursachen vor?

durch Marta Barranquero Gómez BSc, MSc (embryologin).

Nein. Die Ursachen für primäre und sekundäre Unfruchtbarkeit sind nicht dieselben, sondern können auf unterschiedliche Probleme zurückzuführen sein. Daher unterscheiden sich auch die Handlungsprotokolle, je nach dem Grund für den ausbleibenden Kinderwunsch, sowie den möglichen Lösungen, um Nachkommen haben zu können.

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Literaturverzeichnis

Vidal C. Esterilidad e infertilidad humanas. Abordaje y tratamiento. Farmacia Profesional 2001; 15(8): 5-101

Matorras R, Hernández J (eds) (2007): Estudio y tratamiento de la pareja estéril: Recomendaciones de la Sociedad Española de Fertilidad, con la colaboración de la Asociación Española para el Estudio de la Biología de la Reproducción, de la Asociación Española de Andrología y de la Sociedad Española de Contracepción. Adalia, Madrid.

Royal College of Obstetricians and Gynaecologists. Fertility: assessment and treatment for people with fertility problems. NICE Clinical Guideline. February 2013.

Prof. Mary Wingfield (2017). The Fertility Handbook: Everything You Need to Know to Maximise Your Chance of Pregnancy, Gill & Macmillan Ltd, May 29, 2017

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Autoren und Mitwirkende

Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
MD, PhD
Gynäkologe
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität Navarra. Promotion in Medizin und Chirurgie an der Universität Baskenlande/Euskal Herriko Unibertsitatea. Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe (MIR). Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung und ist ordentlicher Professor an der Universität Baskenland/Euskal Herriko Unibertsitatea. Er ist außerdem Professor für den Master menschlicher Fortplanzung an der Universität Madrid. Vizepräsident der spanischen Vereinigung für Fruchtbarkeit, SEF. Mehr über Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Zulassungsnummer: 484806591
 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
BSc, MSc
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizin an der Universität Valencia (UV) und spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und in klinischer Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
Zulassungsnummer: 3316-CV
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
BSc, MSc
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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