Welchen Einfluss haben Lebensgewohnheiten auf den Kinderwunsch?

durch (embryologin), (gynäkologe), (gynäkologe), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 17/10/2019

Der heutige Lebensstil kann die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen negativ beeinflussen und sogar eine Ursache für Unfruchtbarkeit sein.

Daher ist es sehr wichtig, beim Kinderwunsch gesunde Gewohnheiten zu übernehmen. Nicht nur weil es die Empfängnis fördert, sondern auch weil es zur richtigen embryonalen Entwicklung und Gesundheit des Babys beiträgt.

Die drei wichtigsten Risikofaktoren für die Fruchtbarkeit in Bezug auf die Lebensweise sind:

  • Schlechte Ernährungsgewohnheiten
  • Tabakkonsum
  • Alkoholkonsum

Darüber hinaus können diese und andere externe Faktoren auch einen Einfluss auf das Ergebnis von Behandlungen in der assistierten Reproduktion haben und deshalb ist es sehr wichtig, sie zu berücksichtigen.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Ernährungsgewohnheiten

Schlechte Ernährungsgewohnheiten und der regelmäßige Verzehr ungesunder Lebensmittel können eine Schwangerschaft verzögern. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass sowohl Übergewicht als auch Untergewicht die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen können.

Aus diesem Grund kommt es bei Paaren die durch Behandlungen wie künstliche Befruchtung (IUI) oder In-vitro-Fertilisation (IVF) schwanger werden wollen sehr häufig vor, dass der Arzt zuvor eine Gewichtszu- oder abnahme beim Mann oder der Frau anzeigt.

Adipositas

Fettleibigkeit stört die hormonellen und metabolischen Mechanismen einer Frau, die den Menstruationszyklus beeinflussen können und den Eisprung verhindern.

Natürlich gibt es ohne Eisprung keine Möglichkeit einer Schwangerschaft und die Frau leidet somit unter hormonell bedingter Sterilität.

Die Schwangerschaftsrate bei Frauen, die übergewichtig (BMI>25) oder fettleibig sind, kann sowohl in der natürlichen Empfängnis als auch in der assistierten Reproduktion um bis zur Hälfte reduziert werden. Darüber hinaus ist die Fehlgeburtenrate bei diesen Frauen ebenfalls höher.

Diese Art der Unfruchtbarkeit kann jedoch mit Gewichtsabnahme umgekehrt werden. Daher ist es sehr wichtig, dass adipöse Frauen sich vor der Schwangerschaft in die Hände eines Ernährungsberaters begeben.

Darüber hinaus birgt Adipositas in der Schwangerschaft mehrere Risiken, wie z.B. Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruckserkrankungen, Frühgeburt, etc.

Zudem sind Kinder, die von adipösen Müttern geboren wurden, auch einem höheren Risiko für perinatale Mortalität, angeborene und kardiovaskuläre Anomalien, Bluthochdruck, Glukoseintoleranz und die Entwicklung von Übergewicht ausgesetzt.

Geringes Gewicht

Bei Frauen mit geringem Gewicht, deren BMI unter 18 liegt, können aufgrund von Fettmangel Störungen in der Menstruation auftreten.

Normalerweise verspätet sich bei diesen Frauen die erste Periode, die sogenannten Menarche, und für längere Zeiträume bleibt die Menstruation aus. Wenn Sie an weiteren Informationen zu diesem Thema interessiert sind, können Sie hier mehr lesen: BMI und Kinderwunsch

Tabak

Die schädlichen Auswirkungen des Tabaks auf die allgemeine Gesundheit sind mehr als offensichtlich. Abgesehen davon, dass es Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen kann, ist Tabak ein potenziell schädlicher Stoff für das männliche und weibliche Fortpflanzungssystem.

Das Rauchen verdoppelt das Risiko an Unfruchtbarkeit zu leiden, da es die Gametogenese, die Bildung von Eizellen und Spermien, direkt beeinflusst.

Männer, die rauchen, haben eine geringere Samenqualität und außerdem verursacht Tabak Schäden an der Samenzellen-DNA. Bei Frauen kann Tabak die Eizellenreserve- und qualität beeinträchtigen.

Frauen, die rauchen, haben ebenso ein erhöhtes Risiko für extrauterine Schwangerschaften und Fehlgeburten.

Daher reduziert Tabak die Möglichkeit einer Schwangerschaft sowohl auf natürliche Weise als auch während einer Kinderwunschbehandlung.

Die meisten der negativen Auswirkungen von Tabak, die die Fortpflanzung beeinträchtigen, werden nach einem Jahr ohne Rauchen rückgängig gemacht, so dass es ratsam ist, den Tabak schon lange vor der Planung einer Schwangerschaft aufzugeben, nicht nur zum Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Es sollte auch erwähnt werden, dass die negativen Auswirkungen von Tabak auf den Fötus viel gravierender sind, wenn die Frau beschließt, in der Schwangerschaft weiter zu rauchen. Das Baby kann unter Wachstumsverzögerung, Frühgeburt, Atemstörungen, intrauterinem Fötustod und frühzeitigem neonatalen Tod leiden.

Alkohol

Der Alkoholkonsum ist auch ein weiterer Faktor, der die Fortpflanzungsfähigkeit eines Paares negativ beeinflusst.

Unter den schädlichen Auswirkungen von Alkohol auf die Fruchtbarkeit heben wir Folgendes hervor:

  • Störungen im Menstruationszyklus
  • Störung bei der Eizellreifung
  • Abnahme der Spermienqualität- und menge
  • Störungenin der Spermienmorphologie
  • Deutlicher Rückgang der Befruchtungs- und Einnistungsrate
  • Höheres Risiko von Fehlgeburten

Vom Alkohol in der Schwangerschaft wird ebenso völlig abgeraten, da er für den Fötus schädlich ist und schwere Entwicklungsstörungen wie das Fetal Alcohol Syndrome (FAS) verursachen kann.

Sonstige äußere Einflüsse

Obwohl wir die wichtigsten bereits erwähnt haben, gibt es andere äußere Einflüsse im Zusammenhang mit den täglichen Lebensgewohnheiten, die Sterilität bei Mann und Frau verursachen können.

Darüber hinaus kann die Kombination mehrerer dieser Faktoren die Fortpflanzungsfähigkeit des Paares weiter reduzieren.

Stress

Obwohl die Wirkung weniger offensichtlich ist, kann ein hoher Stress aus persönlichen oder beruflichen Situationen eine Ursache für Unfruchtbarkeit sein.

Mithilfe eines Spermiogramms ist es möglich, einen Rückgang der Samenqualität zu erkennen, wenn der Mann gerade eine lange Stressphase hinter sich hat.

Bei Frauen können Stress und Angst, die durch die Frustration nicht schwanger zu werden entstehen, den Erfolg bei Kinderwunschbehandlungen beeinträchtigen.

Tatsächlich ist Stress oft die Hauptursache, warum viele Paare den Prozess aufgeben. Daher ist eine gute psychologische Unterstützung bei dieser Art der Behandlung unerlässlich.

Kaffee

Obwohl es keine klinischen Beweise dafür gibt, dass ein mäßiger Kaffeekonsum die Fortpflanzungsfähigkeit verändert, ist es ratsam, den Konsum auf eine Tasse Kaffee pro Tag bei Schwangeren oder Frauen, die versuchen schwanger zu werden, zu beschränken.

Große Mengen an Koffein können das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.

Giftstoffe

Die Toxine, die die Fruchtbarkeit am meisten beeinflussen, sind Drogen, da sie genetische Veränderungen in Eiern und Spermien verursachen können, wie im Falle von LSD, oder Probleme in der Spermatogenese hervorrufen können, wie im Falle von Marihuana.

Außerdem sind Umweltgifte wie Pestizide und Schwermetalle aus der industriellen Produktion auch besonders schädlich für die männliche Fruchtbarkeit, da sie die korrekte Bildung von Spermien beeinträchtigen.

Gesunde Lebensweise

Die meisten der oben genannten Aspekte sind Teil unserer täglichen Routine und oft sind wir uns nicht bewusst, wie sie unsere Gesundheit schädigen können.

Manchmal kann eine einfache Änderung der Essgewohnheiten, das Aufhören mit dem Rauchen oder mäßiger Alkoholkonsum helfen, verlorene Fruchtbarkeit wiederherzustellen oder die Zeit verkürzen, bis sich die Schwangerschaft einstellt.

Die Ernährung ist in der Regel eine der Gewohnheiten, die sich am meisten verbessert, wenn ein Mann oder eine Frau an einem reproduktiven Gesundheitsproblem leidet, da es mehrere Studien gibt, die den positiven Effekt einer gesunden und ausgewogenen Ernährung auf die Fruchtbarkeit bestätigen.

Die bekannte Mittelmeerdiät auf der Basis von Gemüse, Getreide, Brot und Olivenöl ist sehr nützlich bei der Behandlung von Ungleichgewichten im Eisprung, bei der Verbesserung der Embryonalentwicklung und der Erhöhung der Schwangerschaftsrate bei Behandlungen der assistierten Reproduktion.

Außerdem hilft mäßige körperliche Bewegung Stress abzubauen, das Körpergewicht zu kontrollieren und sich gut zu fühlen, womit das Selbstwertgefühl gesteigert wird.

Fragen die Nutzer stellten

Inwieweit kann die Lebensweise (Rauchen, Alkoholkonsum, etc.) die Fruchtbarkeit beeinträchtigen?

durch Dr. Javier Domingo del Pozo (gynäkologe).

Die Lebensweise ist natürlich wichtig. Es gibt zahlreiche Gewohnheiten denen man, da sie als natürlich angesehen werden, nicht weiter die Bedeutung zukommen lässt, die sie eigentlich haben und die die Fruchtbarkeit eines Paares beeinflussen können. Auf diese Weise sind Fettleibigkeit, Stress, Tabak, Alkohol oder Drogen Faktoren, die die Quantität und/oder Qualität von Spermien und Eizellen beeinflussen und somit die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, sowohl natürlich als auch mit Behandlungen in der assistierten Reproduktion.

Was sollten Frauen, die sich in einer Kinderwunschbehandlung befinden, beachten?

durch Dr. Javier Domingo del Pozo (gynäkologe).

Eine gesunde Lebensweise einhalten und Stress und Angst zu kontrollieren, die in vielen Fällen bei Kinderwunschbehandlungen auftreten.

Vor Behandlungsbeginn- nicht nur während der Behandlung- bietet es sich an, auf das Rauchen zu verzichten und auf eine korrekte Ernährungsweise zu achten, wobei sowohl Übergewicht als auch Untergewicht zu vermeiden sind. Auf Alkohol- und Drogenkonsum sollte ebenfalls verzichtet werden.

Wie beeinflusst die Ernährung oder Fettleibigkeit die verschiedenen Kinderwunschbehandlungen?

durch Dr. Javier Domingo del Pozo (gynäkologe).

Bei Adipositas kommt es zu einer Reihe von hormonellen und metabolischen Störungen, die zahlreiche Veränderungen auf gynäkologischer Ebene verursachen (Hyperandrogenismus, Hyperinsulinämie, Anovulation, etc.). Bei Kinderwunschbehandlungen werden bei Übergewicht längere Stimulationsprotokolle durchgeführt und der Bedarf an Gonadotropinen erhöht sich. Es kommt ebenfalls zu schlechteren Ergebnissen- Zyklen müssen wegen "low responder" abgebrochen werden, die Einnistungs- und Schwangerschaftsraten sind geringer und es kommt vermehrt zu Fehlgeburten.

Welche Empfehlungen zur Lebensweise gibt es bei Männern in Bezug auf die Spermienqualität?

durch Dr. Javier Domingo del Pozo (gynäkologe).

Es gibt eindeutige Belege dafür, dass Tabak, Alkohol und Drogen die Spermienqualität beeinträchtigen, ebenso wie Fettleibigkeit und schlechte Essgewohnheiten. Eine antioxidationsarme Ernährung (Vitamine E, A, C, B-12, Carnitin, Arginin, Selen, etc.) wirkt sich negativ auf die Spermien-DNA aus. Ebenso ist der Mangel an Folsäure, der für die Entwicklung von Keimzellen unerlässlich ist, sehr schädlich.

Bis zu welchem Grad wirken sich äußere Umwelteinflüsse auf die Fruchtbarkeit aus?

durch Dr. Javier Domingo del Pozo (gynäkologe).

Es gibt mehrere Umweltfaktoren oder Toxika, die wichtig sind, insbesondere für die männliche Fruchtbarkeit, wie z.B. die direkte Wärmeeinwirkung, die unter bestimmten Arbeitsbedingungen auftritt, oder die Einwirkung von Strahlung oder einigen Pestiziden, Dioxinen usw.... Auch die Chemikalie Bisphenol A (BPA), mit schädlichen Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit, wird bei der Herstellung verschiedener Materialien des täglichen Gebrauchs (Kunststoffe, Harze, PVC) verwendet, die schwer zu vermeiden sind. Zum Beispiel die Klarsichtfolie, die das Innere aller Dosen und Lebensmittelkonserven bedeckt.

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Literaturverzeichnis

Piché ML, Babineau V, Robitaille J, Lachance É, Ruchat SM. Lifestyle-Related Factors Associated with Reproductive Health in Couples Seeking Fertility Treatments: Results of A Pilot Study. International Journal of Fertility and Sterility 2018;12(1):19-26

Naina Kumar and Amit Kant Singh. Trends of male factor infertility, an important cause of infertility: A review of literature. Journal of Human Reproductive Sciences 2015; 8(4): 191–196

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Fragen die Nutzer stellten: 'Inwieweit kann die Lebensweise (Rauchen, Alkoholkonsum, etc.) die Fruchtbarkeit beeinträchtigen?', 'Was sollten Frauen, die sich in einer Kinderwunschbehandlung befinden, beachten?', 'Wie beeinflusst die Ernährung oder Fettleibigkeit die verschiedenen Kinderwunschbehandlungen?', 'Welche Empfehlungen zur Lebensweise gibt es bei Männern in Bezug auf die Spermienqualität?' Und 'Bis zu welchem Grad wirken sich äußere Umwelteinflüsse auf die Fruchtbarkeit aus?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dr. Javier Domingo del Pozo
Dr. Javier Domingo del Pozo
Gynäkologe
Bachelor in Medizin von der Universität Alicante mit Spezialisierung Geburtshilfe und Gynäkologie am H.U Materno Infantil de Canarias. Doktor in "Humanreproduktion und Pathologien im weiblichen Reproduktionsorgan" von der Universidad de las Palmas de Gran Canaria. Derzeit tätig als Leiter der Kliniken IVI Las Palmas und IVI Teneriffe. Mehr über Dr. Javier Domingo del Pozo
Zulassungsnummer: 353504174
Dr. Toño Lara González
Dr. Toño Lara González
Gynäkologe
Doktor der Medizin mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe. Koordinator für Techniken der assistierten Reproduktion mit umfangreicher Erfahrung auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin. Mehr über Dr. Toño Lara González
Zulassungsnummer: 313102990
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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