Unfruchtbarkeit durch ungesundem BMI: Unter- und Übergewicht

durch (gynäkologin), (embryologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 21/10/2019

Ungesunde Lebensgewohnheiten haben großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Männern als auch von Frauen.

Zu diesen Faktoren tragen schlechte Ernährung, Fettleibigkeit und andere Essstörungen dazu bei, dass immer mehr Paare gezwungen sind, auf assistierte Reproduktion zurückzugreifen, um Kinder zu bekommen.

Berechnung des BMI

Der Body Mass Index (BMI) ist ein Maß, das das Gewicht einer Person in Verhältnis zu ihrer Größe setzt und dazu dient, zu wissen, ob wir uns in einem gesunden Gewichtsbereich befinden.

Zur Berechnung des BMI wird einfach die folgende mathematische Formel verwendet: BMI = Gewicht (kg) / Höhe² (m²).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet den Ernährungszustand eines Menschen als gesund, wenn der BMI zwischen 18,50 und 24,99 liegt.

Im Folgenden zeigen wir die gesamte Einteilung des Ernährungsstatus nach dem BMI jeder Person:

BMI <18
Schlank
BMI 18-25
Normal
BMI 25-30
Übergewicht
BMI 30-45
Fettleibigkeit
BMI >45
Starke Fettleibigkeit

Es wird empfohlen, dass alle Frauen, die schwanger werden möchten, sich in einem angemessenen BMI-Bereich befinden, um nicht nur Fruchtbarkeitsprobleme, sondern auch Komplikationen bei der Geburt zu vermeiden, die die Gesundheit des zukünftigen Babys gefährden könnten.

Auswirkungen von Übergewicht und Fettleibigkeit

Übergewicht und Fettleibigkeit sind heute eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt, da das Übergewicht der Menschen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes erhöht.

Darüber hinaus wirkt sich Adipositas auch stark auf die Fortpflanzungsfähigkeit von Paaren aus. Einerseits reduziert es die Möglichkeit der natürlichen Empfängnis und andererseits die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Kinderwunschbehandlung, denn Körperfett beeinflusst die Östrogenproduktion und blockiert das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), das wiederum für die Regulierung der Hypophysenfunktion und die Freisetzung von FSH- und LH-Hormonen verantwortlich ist.

Durch all diese hormonelle Dysfunktion werden sowohl die Menstruationszyklen bei Frauen als auch die Spermienproduktion bei Männern beeinträchtigt.

In den folgenden Abschnitten werden wir die Auswirkungen von Übergewicht und Fettleibigkeit auf die Unfruchtbarkeit näher erläutern.

Bei Frauen

Der Östrogenüberschuss bei übergewichtigen Frauen betrifft die gesamte hypothalamus-hypophysis-ovarische Fortpflanzungsachse und führt zu Beeinträchtungen wie den folgenden:

  • Unregelmäßige Menstruationsblutungen
  • Anovulation
  • Hormonelle Störungen, die die Entwicklung des Endometriums beeinflussen
  • Erhöhtes Risiko bei reproduktiven Eingriffen
  • Insulinresistenz und Zusammenhang mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Risiko einer Fehlgeburt
  • Erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen: Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes, angeborene Fehlbildungen, erhöhtes Geburtsgewicht, Kaiserschnitt, etc.

In Bezug auf Behandlungen der assistierten Reproduktion haben auch fettleibige oder übergewichtige Frauen eine niedrigere Schwangerschaftsrate, da eine Vielzahl von Problemen während des Zyklus auftreten können:

  • Resistenz gegen Gonadotropine, so dass sie eine höhere Hormondosis bei der Follikelstimulation benötigen
  • Follikuläre Asynchronie und Entnahme unreifer Eizellen
  • Geringe Reaktion auf die Stimulation
  • Erhöhtes Risiko eines Zyklusabbruchs
  • Erhöhtes Risiko von Komplikationen bei der Follikelpunktion
  • Geringere Befruchtungsrate
  • Schlechtere Embryonenqualität

Darüber hinaus ist zu beachten, dass der BMI auch Voraussetzung für den Zugang zu einer von der Krankenkasse unterstützten Reproduktionsbehandlung ist.

Aufgrund der niedrigen Implantationsraten können adipöse Frauen abgelehnt werden, wenn sie ihren BMI nicht unter 30 senken.

Bei Männern

Adipositas ist auch eine Ursache der männlichen Unfruchtbarkeit, da sie Beeinträchtigungen im Sperma und andere Störungen im Fortpflanzungssystem verursacht. Diese erklären wir im folgenden Absatz:

  • Niedriger Testosteronspiegel
  • Erektile Dysfunktion
  • Erhöhte Hodensacktemperatur
  • Veränderungen in der Spermatogenese
  • Erhöhtes Risiko für Oligozoospermie, Asthenozoospermie und Teratozoospermie
  • Erhöhte Rate in der DNA-Fragmentation der Spermien.

Diese Anomalien führen zu einer höheren Rate von Befruchtungs- und Implantationsstörungen sowie zu einem erhöhten Risiko einer Fehlgeburt.

Wenn Sie mehr über die Auswirkungen von Übergewicht auf die männliche Fruchtbarkeit erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den folgenden Artikel: Spermienqualität und Übergewicht.

Auswirkungen von Untergewicht

Drastische Gewichtsabnahme oder Untergewicht mit einem BMI von <18 kann auch die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen beeinflussen.

Dieser Gewichtsverlust kann auf Ernährungseinschränkungen wie Anorexie oder erhöhten Energiebedarf des Körpers zurückzuführen sein, z.B. durch Krankheit oder intensive körperliche Bewegung.

Niedriges Gewicht beeinflusst auch die Hormonproduktion und den Stoffwechsel. Daher ist es üblich, dass die folgenden Veränderungen im Menstruationszyklus einer Frau auftreten:

  • Unregelmäßige Menstruationsblutungen
  • Amenorrhö
  • Endometriale Veränderungen, die eine Einnistung verhindern

Bei Männern bedeutet geringes Gewicht auch Veränderungen der Spermien, wie z.B. verminderte Konzentration und verminderte Beweglichkeit der Spermien.

Empfehlungen um Schwanger zu werden

Paaren mit einem ungesunden BMI welche schwanger werden möchten, wird empfohlen, einen Ernährungsexperten zu konsultieren, um ein optimales Gewicht und eine gesunde Schwangerschaft zu erreichen.

Darüber hinaus sollten adipöse Patienten auch einen Endokrinologen für eine strengere Nachsorge aufsuchen.

Im Allgemeinen kann ein mäßiger Verlust von 5-10% des Ausgangsgewichts durch Ernährungsumstellung und körperliche Bewegung über einen Zeitraum von sechs Monaten ausreichen, um die Fortpflanzungsfunktion wiederherzustellen und eine natürliche Schwangerschaft zu erreichen.

Als nächstes geben wir einige wichtige Ratschläge und Empfehlungen, um einen angemessenen BMI und eine korrekte Verteilung des Körperfetts zu erreichen:

  • Änderungen der Lebensgewohnheiten
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung basierend auf Gemüse, Obst, Fisch, Hülsenfrüchte, usw.
  • Mit der Einnahme von Folsäurepräparaten beginnen
  • Regelmäßig leichte Sportarten ausführen
  • Den Kontakt mit giftigen Stoffen und den Konsum von Substanzen wie Alkohol, Tabak, Koffeein, usw. vermeiden

Kurz gesagt, alle Sterilitätsprobleme, die sich aus übermäßigem Unter- oder Übergewicht ergeben, können durch eine einfache Änderung des Lebensstils und der Essgewohnheiten umgekehrt werden.

Mit Normalgewicht kann hormonelles Ungleichgewicht wieder stabilisiert und die Fruchtbarkeit bei Frau und Mann wiederhergestellt werden.

Bei Behandlungen der assistierten Reproduktion hilft die Gewichtsabnahme auch Frauen, besser auf Medikamente zur Follikelstimulation und zur Induktion des Eisprungs zu reagieren.

Darüber hinaus reduziert ein gesundes Gewicht nicht nur die Unfruchtbarkeit und das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft, sondern trägt auch zur allgemeinen Gesundheit bei und verbessert das Selbstwertgefühl.

Fragen die Nutzer stellten

Was ist der höchste BMI, damit man für eine IVF noch zugelassen wird?

durch Dra. Marita Espejo Catena (gynäkologin).

Es hat sich gezeigt, dass Adipositas die spontane Fruchtbarkeit eines Paares durch Veränderung des männlichen Faktors, d.h. der Samenqualität, und auch durch Veränderung der Eierstockfunktion verringert.

Darüber hinaus werden auch die Schwangerschaftsraten nach Behandlungen der assistierten Reproduktion reduziert, wenn dieser Faktor (Fettleibigkeit) vorliegt.

Wahrscheinlich ist es der weibliche Faktor, der von einem hohen BMI am stärksten betroffen ist, da im Eierstockzyklus Veränderungen hervorgerufen werden, die zu ovulatorischen Dysfunktionen und darüber hinaus zu einer größeren Anzahl von spontanen Abtreibungen führen.

Obwohl es kein standardisiertes Kriterium gibt, wird davon ausgegangen, dass ein BMI bei Frauen gleich oder größer als 32 kg/m2 das Schwangerwerden beeinträchtigen kann.

Welche Auswirkungen kann Anorexia auf Frauen haben, die schwanger werden möchten?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Starkes Untergewicht bei Frauen kann zu Störungen im Menstruationszyklus führen. Der Eisprung findet unregelmäßig oder gar nicht mehr statt, was vor allem bei Anorexia nervosa der Fall ist.

Außerdem kann der Rückgang von Geschlechtshormonen auch die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut beeinflussen, was die Einnistung des Embryos beeinträchtigt und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft verringert.

Welche Risiken treten bei Kindern fettleibiger Frauen auf?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Babys von adipösen Frauen sind einem erhöhten Risiko für Geburtsfehler ausgesetzt, wie z.B. Neuralrohrdefekte, Herz-Kreislauf-Störungen und Makrosomie (Ein großes Baby bei Geburt). Bei ihnen liegt ebenso ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei der Geburt, Totgeburt und Veranlagung für Fettleibigkeit im Kindesalter vor.

Verursacht Fettleibigkeit beim Mann Unfruchtbarkeit?

durch Victoria Moliner (embryologin).

Ja, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Männer mit einem Body-Mass-Index von mehr als 30 eine schlechtere Samenqualität haben und daher größere Schwierigkeiten haben, auf natürliche Weise Kinder zu zeugen.

Der Grund dafür ist, dass Männer mit Übergewicht oft einen niedrigen Androgenspiegel haben, wie zum Beispiel Testosteron- das für die Regulierung der Spermienbildung in den Hoden verantwortliche Hormon. Als Folge dieses Rückgangs der männlichen Geschlechtshormone ist die Spermatogenese betroffen und es kann zu Oligozoospermie kommen.

Für Sie empfohlen

Im Artikel haben wir erwähnt, dass Gewichtsprobleme auch zu einem höheren Risko für Komplikationen bei der Geburt führen können. Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen, den folgenden Beitrag zu lesen: Komplikationen während der Schwangerschaft.

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Literaturverzeichnis

Bellver J, Busso C, Pellicer A, Remohí J, Simón C. Obesity and assisted reproductive technology outcomes. Reprod Biomed Online 2006; 12: 562-568.

ESHRE Capri Workshop Group. Nutrition and reproduction in women. Hum Reprod Update 2006; 12: 193-207

Ferrando M, Bellver J. Impacto de la obesidad sobre la reproducción humana natural y asistida. Rev Esp Obes 2008; 6:302-16.

Nguyen RHN, Wilcox AJ, Skjaerven R, Baird D. Men´s body mass index and infertility. Hum Reprod 2007; 22: 2488-2493.

Fragen die Nutzer stellten: 'Was ist der höchste BMI, damit man für eine IVF noch zugelassen wird?', 'Welche Auswirkungen kann Anorexia auf Frauen haben, die schwanger werden möchten?', 'Welche Risiken treten bei Kindern fettleibiger Frauen auf?' Und 'Verursacht Fettleibigkeit beim Mann Unfruchtbarkeit?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dra. Marita Espejo Catena
Dra. Marita Espejo Catena
Gynäkologin
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität Valencia im Jahr 1992. Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Doktor der Medizin an der Universität Valencia im Jahr 2000. Master in Assistierter Menschlicher Reproduktion an der Rey Juan Carlos Universität und IVI im Jahr 2008. Derzeit ist sie Direktorin am FIVIR Institut. Mehr über Dra. Marita Espejo Catena
Zulassungsnummer: 464616497
 Victoria Moliner
Victoria Moliner
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizin an der Universität Valencia (UV), mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion der Universität Valencia und dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Derzeit ist sie als Forschungsbiologin tätig. Mehr über Victoria Moliner
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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